Wenn
man sich getrennt hat, findet man oft nicht sofort eine neue Wohnung –
oder bleibt wegen der Kinder erst einmal im selben Haus. Drei Frauen
erzählen von großen Belastungen, der Hoffnung auf eine zweite Chance und ungewöhnlichen Lösungen.
Susanne Wolf*, 42 Jahre, aus Berlin
Die
dreieinhalb Monate nach der Trennung, in denen wir noch zusammenlebten,
waren die Hölle. Es hat mich schier umgebracht, meinen Ex jeden Tag
weiterhin zu sehen. Zuerst hatte ich noch Hoffnung, dass wir vielleicht
wieder zusammenkommen, weil ich ihn trotz allem liebte und daran dachte,
wie er früher war. Aber die hat er mir schnell genommen. Er war zu
diesem Zeitpunkt arbeitslos, hing nur noch am PC und trank viel. Schon
nachmittags. Nachts torkelte er durch die Wohnung, ich wachte immer
wieder von seinem Lärm auf. Ich schlief kaum, nahm sieben Kilo ab.
Niemals hätte ich gedacht, dass es so weit kommen würde. Ich hatte ihn
als so einen fürsorglichen, motivierten Menschen kennengelernt.
