Paraguay – Frankreich 0:1 (0:0)
Frankreich hat sich in einer hitzigen Partie mit Mühe gegen Paraguay durchgesetzt. Die Équipe Tricolore gewann gegen die Südamerikaner mit 1:0 (0:0) und wirkte dabei erstmals bei dieser WM angreifbar. Ein Foulelfmeter nach Videobeweis, den Kylian Mbappé verwandelte (70.), erlöste Les Bleus, deren Offensive lange ideenlos gegen die tief stehende Verteidigung Paraguays wirkte. Trotz fast 40 Grad Außentemperatur zog der Topfavorit damit ins Viertelfinale ein, wo am Donnerstag (22 Uhr MESZ) in Boston Marokko wartet.
Paraguay machte es dem zweimaligen Weltmeister lange schwer, blieb nach vorn im Umschaltspiel aber zu harmlos und verpasste damit einen zweiten Einzug ins Viertelfinale seiner WM-Geschichte. In der Anfangsphase fand sich der Außenseiter schnell in der gewohnten Rolle zurecht und zog sich wie schon gegen Deutschland weit zurück. Frankreich kam zwar auf mehr als 80 Prozent Ballbesitz, nahm bei den hohen Temperaturen jedoch phasenweise das Tempo aus dem Spiel. So entstand vor dem Tor von Orlando Gill zunächst kaum Gefahr. Ein abgefälschter Distanzschuss von Manu Koné war nach 22 Minuten der erste Abschluss.
Mbappé und Michael Olise wirkten zunehmend frustriert, weil sie sich immer wieder in der dicht gestaffelten und disziplinierten Abwehr von La Albirroja festliefen. Ein weiterer abgefälschter Schuss von Ousmane Dembélé war noch die gefährlichste Aktion vor der Pause (38.). Eine klare Torchance erspielte sich die bis dahin so durchschlagkräftige französische Offensive bis zum Halbzeitpfiff nicht.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten Les Bleus das Tempo etwas, und Gill wurde bei einem Distanzschuss von Koné erstmals ernsthaft gefordert (54.). Zur Entscheidung war schließlich einen Foulelfmeter nötig, nachdem Diego Gómez den eingewechselten Désiré Doué getroffen hatte. Mbappé verwandelte gegen Paraguays Schlussmann. In der Schlussphase mussten die Südamerikaner ihre defensive Ausrichtung aufgeben, wodurch sich für Frankreich mehr Räume boten, um das Spiel zu kontrollieren und die Zeit herunterzuspielen.
»Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur Offensivfußball spielen können«, sagte Mbappé nach dem Spiel. Er ergänzte mit Blick auf die ruppige Gangart des Gegners: »Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen uns die Hände schmutzig. Ich habe kein Problem damit. Sie wollten nur kämpfen. Wir können auch dreckig spielen, aber waren trotzdem besser als sie.«
Kanada – Marokko 0:3 (0:0)
Im ersten Achtelfinale dieser WM hat sich Marokko gegen Co-Gastgeber Kanada
mit 3:0 (0:0) durchgesetzt. Vor rund 68.000 Zuschauerinnen und
Zuschauern im ausverkauften NRG Stadium im texanischen Houston erzielten
Azzedine Ounahi (50./82.) und Soufiane Rahimi (90.+8) die Tore für die
Nordafrikaner. Das marokkanische Team trifft nun im Viertelfinale am
Donnerstag auf Frankreich.
Trotz des Ausscheidens zeigte sich Kanadas
Nationaltrainer Jesse Marsch stolz auf sein Team. »Wir waren die bessere
Mannschaft«, sagte er. »Uns hat nur die Fähigkeit gefehlt, in den
entscheidenden Momenten den nötigen Spielzug zu machen. Was für eine
unglaubliche Leistung.«
Auch Kanadas Spieler
verabschiedeten sich mit erhobenem Kopf aus dem Turnier. »Ich bin sehr
stolz. Ich finde, wir haben ein großartiges Turnier gespielt«, sagte
Mittelfeldspieler Stephen Eustáquio. »Um ehrlich zu sein: Bis zur
Halbzeit dieses Spiels waren wir überragend. Ich denke, alle zu Hause
sollten sehr stolz sein.«
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