Australien – Ägypten 1:1 (1:1, 0:1) n. V., 2:4 i. E.
Ägypten hat einen historischen Erfolg gefeiert und nach dem ersten K.-o.-Sieg seiner WM-Geschichte das Achtelfinale erreicht. Der siebenmalige Afrikameister setzte sich im Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 im Elfmeterschießen durch (1:1, 0:1). Am kommenden Dienstag trifft die Mannschaft von Trainer Hossam Hassan in Atlanta entweder auf Weltmeister Argentinien oder Kap Verde. Für die Socceroos erfüllte sich der Traum vom ersten Erfolg in der K.o.-Runde dagegen nicht.
Vor 70.244 Zuschauern brachte Emam Ashour (13.) die Ägypter in Führung. Für den Ausgleich sorgte Mohamed Hany (55.) mit einem Eigentor – und stellte damit unfreiwillig einen Negativrekord auf: Noch nie zuvor war einem Spieler bei einer WM zweimal ein Eigentor unterlaufen. Hany hatte bereits im Spiel gegen Belgien (1:1) ins eigene Tor getroffen.
Australien zog sich zu Beginn der Partie weit in die eigene Hälfte zurück und setzte nach Ballgewinnen auf schnelle Konter. Cristian Volpato hatte die frühe Führung für Australien auf dem Fuß, traf in der fünften Minute aus rund 25 Metern jedoch nur die Latte. Kurz darauf folgte der frühe Rückschlag für die Socceroos. Nach einem Freistoß flankte Karim Hafez in den Strafraum, wo Ashour per Kopf vollendete. Die im Vorfeld diskutierten Größenvorteile Australiens waren dabei durch schlechtes Stellungsspiel praktisch aufgehoben.
Ägypten blieb auch danach die spielbestimmende Mannschaft und verlagerte das Geschehen meist in die gegnerische Hälfte. Australiens Umschaltmomente sorgten nach der druckvollen Anfangsphase kaum noch für Gefahr. Auch Aziz Behichs Abschluss (35.) stellte Ägyptens Torwart Mostafa Shoubir vor keine Probleme. Kurz vor der Pause verzog Volpato einen Schlenzer am langen Pfosten vorbei (45.+1).
Sekunden nach der Halbzeitpause vergab Marmoush die große Chance auf das 2:0. Der frühere Frankfurter schob den Ball freistehend aus rund zehn Metern am Tor vorbei. Das rächte sich wenig später: Hany verlängerte einen Freistoß der Australier unglücklich ins eigene Tor.
Danach verflachte die Partie zunehmend. Höhepunkte blieben rar, stattdessen wurde das Spiel zwischenzeitlich hektisch und ruppig. Erst in der Schlussphase der regulären Spielzeit nahm die Begegnung wieder Fahrt auf. In der Nachspielzeit hatte Ramy Rabia den Siegtreffer für Ägypten auf dem Kopf, scheiterte jedoch an Australiens Torwart Patrick Beach. Die Verlängerung blieb über weite Strecken ereignisarm, weil beide Teams das letzte Risiko scheuten. Im Elfmeterschießen setzte sich schließlich Ägypten durch.
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