In der Disziplin, mit Wladimir Putin zu reden, sind die Europäer führend. Es gab Zeiten, da stand das Telefon im Kreml selten still. Zwischen 2014, als Putin seinen verdeckten Krieg gegen die Ukraine begann, und 2022, als er sich zu dem offenen Überfall entschloss, riefen fast alle europäischen Regierungschefs ständig durch. Es folgten Besuche, Empfänge, vertrauliche Gespräche, Pressekonferenzen und Abkommen. Allein, sie brachten Putin nicht von seiner Kriegslust ab.
Vergeblich waren diese Gespräche trotzdem nicht. Denn sie sind eine nützliche Vorbereitung auf das, was nun kommt. Wenn Putin andeutet, die »Angelegenheit«, wie er den Krieg gegen die Ukraine nennt, könnte sich bald dem Ende zuneigen, und den Namen Gerhard Schröder als Verhandler fallen lässt, dann ist eins klar: Er will nur spielen – mit der Hoffnung, dass dieser Albtraum in Europa mit bislang mehr als zwei Millionen Toten und Verwundeten bald enden möge.
