Knapp zwei Jahre nach den wegen Terrorgefahr abgesagten Konzerten der US-Sängerin Taylor Swift in Wien beginnt an diesem Dienstag der Prozess um die mutmaßlichen Anschlagspläne. Vor dem Landesgericht Wiener Neustadt muss sich ein Anhänger der Terrormiliz IS verantworten. Dem 21-jährigen Österreicher Beran A. wird vorgeworfen, dass er im August 2024
ein Attentat vor dem Konzertgelände in Wien verüben wollte.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte mit zwei anderen Männern Teil einer Terrorzelle war. Einer davon, der 21 Jahre alte Arda K., ist bei dem Prozess ebenfalls angeklagt. Der Justiz zufolge plante K. einen Anschlag in Istanbul, hat aber mit den
Plänen für das Swift-Konzert nicht direkt etwas zu tun. Beiden Männern
drohen im Verfahren vor dem Landesgericht Wiener Neustadt lange
Haftstrafen.
200.000 Fans wollten Taylor Swift in Wien sehen
Kurz vor dem ersten von drei geplanten Konzerten im August 2024 war Beran A. war an seinem Wohnsitz in Niederösterreich nach dem
Hinweis eines US-Geheimdiensts festgenommen
worden. Nach
Darstellung der österreichischen Regierung war die Bedrohungslage »sehr ernst«. Aus Sicherheitsgründen sagten die Veranstalter alle drei vom 8. bis 10. August 2024 geplanten
Konzerte im Ernst-Happel-Stadion ab. 200.000 Besuchern waren erwartet worden.
Taylor Swift war damals auf ihrer sechsten großen
Konzerttournee – der »Eras Tour«. Bei den Konzerten feierte die Musikerin alle bis dahin
veröffentlichten Alben, ihre »musikalischen Epochen«. Im
Sommer 2024 kam Swift für Konzerte nach Europa, etwa nach
Großbritannien, Italien, Polen und Deutschland.
Nach den abgesagten Konzerten in Wien kamen viele Tausend Swift-Fans in der Wiener Innenstadt zusammen. Die meist jungen Menschen sangen Songs der Künstlerin und tauschten nach Fan-Tradition bei den Konzerten Armbänder aus. Einige
Lokale boten ihnen als Trostpflaster für das entgangene Vergnügen
Gratis-Getränke an. Nach den Konzertabsagen meldete sich Swift auf Instagram. Sie sei den Behörden dankbar, »denn dank ihnen haben wir um Konzerte getrauert und nicht um Leben«.
