Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen Janosch Dahmen hat seine frühere Wehrdienstverweigerung zurückgezogen und sich als Reservist der Bundeswehr gemeldet. In einem Interview mit dem Spiegel begründete der 44-Jährige diesen Schritt mit der veränderten sicherheitspolitischen Lage seit dem russischen Angriff auf die Ukraine.
Der studierte Mediziner sagte, seine Überzeugung, keinen Menschen töten zu wollen, bestehe zwar fort, die Rahmenbedingungen seiner Gewissensentscheidung hätten sich jedoch verändert. Es könne nicht allein Aufgabe anderer sein, Deutschland und die liberale Gesellschaft zu verteidigen.
Dahmen spricht sich für allgemeinen Gesellschaftsdienst aus
Laut Spiegel wirbt Dahmen auch innerhalb der Grünen für einen neuen Umgang mit der Bundeswehr und spricht sich für einen allgemeinen Gesellschaftsdienst von sechs bis zwölf Monaten nach der Schulzeit aus. Dieser könne wahlweise bei der Bundeswehr, in Hilfsorganisationen, im Bevölkerungsschutz oder in sozialen Einrichtungen geleistet werden. Außerdem fordert er einen Auffrischungsdienst: »Jeder sollte beispielsweise alle sechs Jahre für sechs Wochen zurück in den jeweiligen Bereich gehen. Wir können es nicht nur der jungen Generation zur Aufgabe machen, für Wehrhaftigkeit und Resilienz zu sorgen«, sagte er.
Auf ihrem Bundesparteitag in Hannover hatten die Grünen im November beschlossen, die Musterung für junge Männer verpflichtend machen zu wollen, hielten darüber hinaus aber an der Freiwilligkeit fest. Damit sollte geprüft werden, wer grundsätzlich wehrdiensttauglich wäre. Ein verpflichtender Wehrdienst sei damit jedoch nicht verbunden. Über die Musterung hinaus hielt die Partei an dem Grundsatz fest, dass ein Dienst bei der Bundeswehr freiwillig bleiben sollte.
