US-Präsident Donald Trump stößt mit seinen Renovierungsplänen für das spiegelnde Wasserbecken am Lincoln-Denkmal in Washington, D. C. auf Widerstand. Die unabhängige Stiftung für Kulturlandschaften (TCLF) reichte Klage gegen die Umgestaltung ein. Trump versuche, der Hauptstadt vor den Feiern zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli seinen Stempel aufzudrücken, hieß es darin.
Trump lässt den Bodenbelag des Wasserbeckens blau streichen – wie in einem Schwimmbad. Die Stiftung bezeichnet die Neugestaltung als »Schändung«. Die Regierung verändere damit »den historischen Charakter« des traditionell grauen Wasserbeckens, »ohne die vom Kongress vorgeschriebenen Verfahren einzuhalten«.
Der Immobilienunternehmer Trump hatte den blauen Anstrich damit begründet, der historische Steinboden wirke »dreckig und schmutzig«. Vor einigen Tagen war der Präsident mit einer Autokolonne durch das leere Becken gefahren, um sich ein Bild von den Arbeiten zu machen.
Kosten für Neuanstrich offenbar stark gestiegen
Der 610 Meter lange Reflecting Pool wurde von 1922 bis 1923 gebaut und ist ein Wahrzeichen Washingtons sowie ein beliebtes Fotomotiv. Darin spiegelt sich das tempelartige Lincoln-Denkmal. Von der anderen Seite aus reflektiert das Becken das Denkmal für den ersten US-Präsidenten George Washington, einen fast 170 Meter hohen Obelisken.
Die New York Times berichtete unterdessen über steigende Kosten für den Neuanstrich. Sie beliefen sich nun auf 13,1 Millionen US-Dollar (rund elf Millionen Euro), wie das Blatt unter Berufung auf Regierungsunterlagen schrieb. Trump hatte lediglich 1,5 Millionen US-Dollar veranschlagt.
Trump ist schon seit einiger Zeit dabei, Washington, D. C. umzugestalten. Unter anderem ließ er den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an dessen Stelle einen Ballsaal zu bauen. Zudem will er einen riesigen Triumphbogen errichten lassen.
