Die Schriftstellerin Brigitte Reimann war viermal verheiratet, zuletzt mit dem zehn Jahre jüngeren Arzt Rudolf Burgartz. Die Ehe hielt zwei Jahre, Reimann starb 1973 im Alter von 39 Jahren an Krebs. Burgartz verwaltete ihren Nachlass. Vieles blieb im Verborgenen, 2015 starb auch er. Seine Tochter Christine hat nun einen autofiktionalen Roman über die Beziehung zwischen ihrem Vater und Reimann geschrieben.
DIE ZEIT: Frau Burgartz, wann haben Sie erfahren, dass Ihr Vater mit Brigitte Reimann verheiratet war?
Christine Burgartz: Das wusste ich schon immer. Ich bin mit dieser Geschichte aufgewachsen. Sie war in unserer Familie immer wieder Thema, und mein Vater sprach regelmäßig über sie, allein weil er ihr Nachlassverwalter war. Als ich Kind war, hatten wir sogar noch ihre Möbel zu Hause, und ich turnte auf ihren Sesseln. Als Teenagerin habe ich dann ihre Bücher gelesen, weil sie überall bei uns in der Wohnung standen.
