Den kleinen Opel Frontera kann man als Nachfolger des Opel Crossland verstehen. Mit Verbrennermotor beginnen die Preise bei 24.200 Euro. Wir fuhren die rein elektrische Variante, die von 29.000 Euro an zu haben ist. Für einen Aufpreis von 2200 Euro hatte unser Testwagen nicht die 44 kWh kleine Batterie an Bord, sondern war mit 54 kWh bestückt. Mit der Batteriegröße deutet sich schon an, dass dieser besonders günstige Elektriker eher für die Stadt oder den kurzen Weg zur Arbeit gedacht ist und weniger als Reiselimousine. Wir haben einen Blick auf das Infotainment geworfen.
Was die teureren Modellvarianten bringen
In der günstigsten Basisversion verzichtet der Hersteller auf einen Bordmonitor und verbaut eine Halterung, in die man sein eigenes Smartphone einrastet. Navigation und Unterhaltung übernehmen dann die Handy-Apps. Die Lösung ist schlicht und ehrlich. In den beiden teureren Modellvarianten GS und Ultimate kommt dann das von Stellantis-Schwestermodellen bekannte Pure Panel zum Einsatz, das als Panoramadisplay auf den ersten Blick viel hermacht. Die beiden flachen Anzeigen gehen fast nahtlos ineinander über und bieten einen feinen Hauch von Luxus. Die linke Anzeige hinter dem Lenkrad dient als digitales Kombiinstrument, die rechte als Bordmonitor fürs Infotainment.

Die Ablesbarkeit ist gut, aber auf den zweiten Blick sieht man die geradezu riesigen schwarzen Ränder rund um die 10 Zoll großen Bildschirme und stellt schnell fest, dass sich das Kombiinstrument nur in Grenzen personalisieren lässt. Die Designer haben schmucklos abgeliefert, es fehlen Finessen und Hingucker. Wissen sollte man, dass die Bedienung der Fahrassistenten ausschließlich auf dem linken Bildschirm mithilfe der Lenkradtasten erfolgt. Warum hier der Beifahrer auf dem Bordmonitor nicht helfend einspringen darf, bleibt unklar.
Der Bordmonitor rechts ist berührungsempfindlich, reagiert eher langsam und zeigt auf seiner linken Seite permanent die Hauptmenüs für Musikwiedergabe, Telefonie und Navigation sowie die Fahrzeugeinstellungen. Der Routenführer benötigt sehr lange bis zum Start und hatte in unserem Fahrzeug keine Echtzeit-Verkehrsinformationen. Wer die Taste zum Aufruf des Sprachassistenten drückt, erhält nur dann eine Antwort, wenn ein passendes Smartphone per Bluetooth oder Kabel angeschlossen ist. Dann wird zum Beispiel nach der Zieleingabe die Navigation gestartet, aber es ist das Navi vom Handy, nicht vom Fahrzeug. Fehlt ein Smartphone, gibt es keine Spracherkennung. Auch die übrige Ausstattung ist Magerquark auf Knäckebrot.
Verbrauchswerte im Drittelmix
Wir bewegten den elektrischen Frontera bei moderater Fahrweise im Drittelmix mit einem Durchschnittsverbrauch von 23 kWh für 100 Kilometer inklusive Ladeverluste. Die Außentemperaturen schwankten während unserer Fahrten zwischen acht und 20 Grad. Das ergibt eine Reichweite von 234 Kilometer. Voll geladen zeigt der Bordmonitor 390 Kilometer an. Bei einer etwas schneller absolvierten Autobahnfahrt mit Geschwindigkeiten zwischen 130 und der Höchstgeschwindigkeit von 143 km/h war der Akku nach 100 Kilometer halbleer.

An der Wallbox lädt der Frontera mit Wechselstrom bis zu 11 Kilowatt, an der Schnellladestation mit Gleichstrom bis zu 100 Kilowatt, laut Herstellerangabe. Wir kamen nur ein einziges Mal auf eine Ladeleistung von 67 Kilowatt und blieben ansonsten immer unter 50. Die Ladeleistung wird im Fahrzeug nicht angezeigt und kann bestenfalls an der Schnellladestation abgelesen werden. Eine Ladelimitierung auf 80 Prozent der maximalen Kapazität ist nicht vorgesehen, auch gibt es keine Option zur Vorkonditionierung des Akkus.
Nicht schlecht staunten wir, dass das Navi keinerlei Unterstützung für die Ladeplanung auf Langstrecken bietet. Es zeigt bestenfalls an, welche Ladestationen mit welcher Leistung in der Nähe liegen, wobei Echtzeit-Informationen zur Belegung abermals fehlen. Wer den Frontera vorrangig als Pendlerfahrzeug oder Zweitwagen mit überschaubarem Aktionsradius einsetzt, wird das nicht stören. Geht es jedoch um das Fahren in unbekannter Umgebung oder gar auf Langstrecke, kommt man um die Verwendung des Smartphones zwecks Routen- und Ladeplanung nicht herum.
