
Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026
So hat Mecklenburg-Vorpommern gewählt
Zuletzt aktualisiert: 20.09.2026, 18:00 Uhr
In Mecklenburg-Vorpommern ergibt sich nach der Wahl ein anderes Bild als zuletzt in Sachsen-Anhalt. Welche Bündnisse sind möglich? Wer hat welchen Wahlkreis gewonnen? Ein Überblick.
Die AfD hatte in Mecklenburg-Vorpommern in den Umfragen bis kurz vor Schluss konstant vorne gelegen. In den Wochen vor der Wahl schaffte die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig aber eine Aufholjagd, es kam zu einer Duellsituation zwischen ihr und ihrem Herausforderer Leif-Erik Holm. Für den ersten Platz hat das nicht gereicht. Anders als die AfD kann die SPD aber mit Partnern eine Mehrheit der Mandate erreichen – mit ihrem bisherigen Partner, der Linkspartei, und den Grünen, denen der Einzug in den Landtag gelungen ist.
Die CDU scheiterte an der Fünfprozenthürde. Das ist eine Zäsur in der Geschichte der Partei – erstmals ist es ihr nicht gelungen, in ein Landesparlament einzuziehen. Auch BSW und FDP verpassten den Einzug in den Landtag.
Ihr Direktmandat konnte Schwesig verteidigen. Im Wahlkreis Schwerin I kam die 52 Jahre alte SPD-Politikerin nach Angaben der Wahlleitung aus der Nacht zum Montag auf 54,4 Prozent der Erststimmen. Holm, der nicht nur im Land, sondern auch im Wahlkreis ihr Herausforderer war, erreichte 28,2 Prozent.
Holm kündigte am Abend Gespräche mit allen Parteien an. „Wir haben hier den Regierungsauftrag in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte er nach der Veröffentlichung der Prognosen von ARD und ZDF. Schwesig wiederum betonte, der Auftrag zur Regierungsbildung liege bei ihr. Die Mehrheit habe sich für demokratische Parteien entschieden, deshalb stehe sie bereit, ihre Arbeit fortzusetzen.
Jeder Wähler in Mecklenburg-Vorpommern hatte zwei Stimmen. Mit der Erststimme wurde in 36 Wahlkreisen ein Kandidat direkt in das Landesparlament gewählt. Mit der Zweitstimme wählten die Wahlberechtigten eine Partei und bestimmten so über die Verteilung der Mandate.
Wie schon in Sachsen-Anhalt hat es die AfD vermocht, Zehntausende vormalige Nichtwähler für sich zu mobilisieren. Die AfD konnte aber auch sehr viele frühere Schwesig-Wähler für sich gewinnen. Im Sinn von Schwesigs Slogan „Frau gegen Blau“ wiederum machten viele Wähler anderer Parteien diesmal ein Kreuz bei der SPD.
Rund 1,3 Millionen Menschen duften laut Landeswahlleitung darüber abstimmen, welche Parteien und Personen für sie künftig im Schweriner Landtag sitzen. Neu war in diesem Jahr, dass schon von 16 Jahren an gewählt werden durfte. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,1 Prozent (2021: 70,8). Bei der Bundestagswahl 2025 hatten 79,5 Prozent der Wahlberechtigten in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Bei Landtagswahlen ist die Wahlbeteiligung in den meisten Fällen niedriger als bei Bundestagswahlen.
Die SPD ist in Mecklenburg-Vorpommern seit 1994 an der Regierung beteiligt und stellt seit 1998 den Regierungschef. Schwesig ist seit neun Jahren Ministerpräsidentin, zuvor war sie Familienministerin im Bund. Zuerst war die CDU ihre Koalitionspartnerin, dann die Linkspartei.
