Volkswagen macht auch nach der Sitzung seines Aufsichtsrates für die Zukunftspläne des Vorstands keine Angaben zu möglichen Werksschließungen und
Stellenabbau. Der Konzernvorstand habe dem Aufsichtsrat in seiner
heutigen Sitzung ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit 12 Initiativen und
das Zielbild 2030 vorgestellt, teilte der Konzern nach der Sitzung mit.
Das Gremium war auch zusammengekommen, um über mögliche Sparpläne
des Konzernvorstandes zu beraten. Konkrete Einschnitte sollen erst nach der Sommerpause im Aufsichtsrat diskutiert werden, teilte VW nun mit.
Zuvor hatten Medien von möglichen Plänen für Stellenstreichungen und Werkschließungen berichtet. Laut Manager Magazin könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit
wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des
VW-Konzerns in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm droht demnach die Schließung. Der Spiegel
berichtete über Pläne von VW-Chef Oliver Blume, die Produktion in den VW-Werken in Zwickau und
Emden ab dem Jahr 2031 auslaufen zu lassen.
Modellpalette soll fast halbiert werden
Doch davon war nach der Aufsichtsratssitzung bisher keine Rede. »Mit unserem Zukunftsplan gehen wir aus eigener Kraft in die nächste
Phase der Transformation«, wird Konzernvorstand Oliver Blume in einer Mitteilung der Sitzung zitiert.
So solle die Modellpalette schrittweise um bis zu 50
Prozent gestrafft werden und die Anzahl möglicher Ausstattungsoptionen
um bis zu 75 Prozent sinken. Angaben zu möglichen Kürzungen machte er
nicht.
Gewerkschaften fordern Stellungnahme
Betriebsratschefin Daniela Camillo forderte Blume nach der Sitzung auf, an diesem Freitag der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich zu den Gerüchten über die Streichungen zu äußern. »Es reicht! Das Fass ist zum Überlaufen gekommen«, sagte Cavallo laut Betriebsratszeitung.
»Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten. Oliver Blume steht jetzt in der Pflicht, diesen massiven Schaden wenigstens noch zu begrenzen.«
Die Sitzung des Aufsichtsrates wurde von Protesten der Gewerkschaft begleitet. An mehreren Standorten, darunter Hannover, Emden und Dresden, gab es Proteste gegen die Sparpläne. Am Vorstandsgebäude in Wolfsburg, in dem sich der Aufsichtsrat traf, kamen rund 500 Menschen zu einer Kundgebung zusammen.
