Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt das Bildungsministerium übernehmen, sieht Sachsens Kultusminister Conrad Clemens die Anerkennung von Schulabschlüssen in anderen Bundesländern gefährdet. Das sagte der CDU-Politiker der «Bild» im Nachgang eines Treffens mit seinen ostdeutschen Amtskollegen in Halle.
Clemens bezog sich bei seiner Warnung auf die Pläne im Wahlprogramm der AfD zur Bildungspolitik: Die Partei will etwa die Schulpflicht aufweichen und Eltern ermöglichen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Das treffe vor allem die schwächsten Schülerinnen und Schüler, die auf die Unterstützung der Schulen angewiesen seien, kritisierte Clemens. «Solche Sonderwege würden die Anerkennung der Abschlüsse aus Sachsen-Anhalt in anderen Bundesländern gefährden.»
Zusammenkommen zu «mitteldeutschen Bildungsgesprächen»
«Auch die Idee, Ausländer und Schüler mit Behinderung in eigene Klassen zu stecken, führt zu einer gefährlichen Spaltung im Klassenzimmer. Solche Ideen sind für unser Bildungssystem inakzeptabel», führte der Kultusminister aus. Den Plan, im Geschichtsunterricht den Nationalsozialismus weniger zu behandeln, lehnte Clemens ebenfalls ab. Man brauche in den Lehrplänen keine Geschichtsumdeutung, sondern mehr Demokratiebildung.
Am Donnerstag war Clemens mit den Kultus- und Bildungsministern Jan Riedel (Sachsen-Anhalt), Christian Tischner (Thüringen) und Gordon Hoffmann (Brandenburg) zu «mitteldeutschen Bildungsgesprächen» zusammengekommen.
In Sachsen-Anhalt wird in zwei Wochen ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen lag die AfD zuletzt deutlich vor der CDU. Die Koalition aus CDU, SPD und FDP könnte ihre Mehrheit im September verlieren. Die AfD strebt eine Alleinregierung an.
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