Es
gibt Ideen, die so simpel sind, dass man etwas an ihnen aussetzen möchte. Ein
Pop-up-Freibad vor die Berliner Volksbühne stellen, es »Volksbad« nennen und
zwei Monate lang kostenlosen Eintritt anbieten? In den vergangenen Wochen löste
diese Idee eine Sommerloch-Kontroverse aus. Von einem wichtigen politischen
Symbol angesichts Berliner Missstände sprechen die einen, von Dekadenz die
anderen. 300.000 Euro hat das Bad gekostet, das ist viel Geld, und Geld hat
Berlin bekanntlich wenig. Was ist hier nun also kaputter: die marode
Infrastruktur der Hauptstadt? Oder die politische Kunst? Oder ertrinkt das
chronisch schlecht gelaunte Feuilleton mal wieder in Lustfeindlichkeit?
