
Im vergangenen Jahr waren 82,4 Prozent der alleinlebenden Studenten von Armut betroffen. Das ergab eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Demnach lebten 2025 insgesamt 37,8 Prozent der Studenten unterhalb der Armutsgrenze, in der Gesamtbevölkerung waren es 16,1 Prozent. Die größte Belastung sind für Studenten die Wohnkosten. Alleinlebende Studenten müssen dafür im Median 48,9 Prozent ihres verfügbaren Einkommens aufbringen, mehr als die Hälfte von ihnen sogar 50 Prozent und mehr. Ihre tatsächlichen Wohnkosten liegen bei durchschnittlich 461 Euro im Monat und damit höher als die derzeit geltende Bafög-Wohnkostenpauschale von 380 Euro.
Die von der Bundesregierung vorgesehene Bafög-Reform bietet aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtverbandes und des Deutschen Studierendenwerks wesentliche Verbesserungen, bleibt jedoch hinter dem notwendigen Reformbedarf zurück. Erst 2029 soll der Grundbedarf auf 563 Euro angehoben werden, und er orientiert sich damit am Grundsicherungsniveau des Jahres 2024.
Der Studie zufolge stammen 43,1 Prozent des Einkommens alleinlebender Studenten aus Erwerbstätigkeit. Ausbildungsbeihilfen wie Bafög tragen dagegen im Durchschnitt nur 13,8 Prozent zu ihrem Einkommen bei.
Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock, sieht das kritisch. Akademiker würden frühzeitig im Beruf gebraucht, auch benötige die Gastronomie Arbeitskräfte, so Rock. Was man aber nicht brauche, seien „Akademiker, die langjährig in Ausbildung und dabei in der Gastronomie sind“. Er forderte existenzsichernde Bedarfssätze beim Bafög, eine realistische Wohnkostenabsicherung und eine regelgebundene Anpassung der Leistungen an die Kostenentwicklung.
