
Menschen sparen wieder mehr. Die Sparneigung erreichte im September einen Wert, wie er seit der Finanzkrise nicht mehr erzielt worden ist. Die Energiepreise, die steigende Inflation und die Sorge um Arbeitsplätze halten Konsumenten davon ab, ihr Geld auszugeben. Auch die Anschaffungsneigung, also die Bereitschaft zu größeren Ausgaben, ist leicht zurückgegangen.
Das sind keine guten Nachrichten in einer Zeit, in der die deutsche Wirtschaft auf ein positives Konsumklima angewiesen ist. Immerhin haben die Wirtschaftsforscher gerade erst die Wachstumsprognose für die deutsche Konjunkturentwicklung für das laufende Jahr angehoben. Es wäre fatal, wenn dieser Lichtblick direkt wieder eingetrübt werden würde.
Es ist niemandem vorzuwerfen, Vorsorge in angespannten Zeiten zu treffen. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn Vorsorge nicht nur darin bestünde, das Geld beieinanderzuhalten, sondern sie auch in Vermögensfragen walten zu lassen. Im Bundestag wird derzeit die Frühstartrente debattiert. Es ist kein ganz großer Wurf, aber ein richtiges Zeichen hin zu einer Vorsorge über den Kapitalmarkt.
