Hamburg, 1950. Der frühere NS-Gauleiter Karl Kaufmann wird
aus der Haft entlassen, ehemalige Angehörige der Waffen-SS organisieren sich in
einem Hilfsverein, und der Regisseur Veit Harlan, der neulich noch
Propagandafilme wie Jud Süß veröffentlichte, dreht seinen ersten
Kinofilm seit Kriegsende. Einstige Nazis werden rehabilitiert. Aber nicht ohne
Gegenrede. Am 28. September tritt in einer Villa im Stadtteil Rotherbaum an der
Alster ein Mann mit spärlicher Behaarung und einer dicken schwarzen Brille an
das Rednerpult. Erich Lüth, Vorsitzender des Hamburger Presseclubs und
hauptberuflich Chef der Senatspressestelle, eröffnet die Woche des deutschen
Films.