Die italienische Regierung hat Papst Leo XIV. erneut gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump verteidigt. Die Worte des Pontifex seien »ein Bekenntnis zum Dialog, zum Wert des menschlichen Lebens und zur Freiheit«, teilte der italienische Außenminister Antonio Tajani mit. Die italienische Regierung teile diese Werte. Die jüngsten Attacken aus den USA seien »weder akzeptabel noch hilfreich für die Sache des Friedens«, schrieb Tajani.
Kurz vor dem geplanten Besuch von US-Außenminister Marco Rubio im Vatikan hatte Trump dem Papst erneut schwere Vorwürfe gemacht und falsch behauptet, Leo habe sich im Krieg auf die iranische Seite geschlagen. »Der Papst spricht lieber darüber, dass es in Ordnung sei, wenn der Iran eine Atomwaffe hat«, sagte der US-Präsident in einem Interview – dabei hatte der Pontifex lediglich den Krieg an sich sowie die angedrohten US-Angriffe auf Zivilisten kritisiert und zu Friedensgesprächen aufgerufen.
Der Papst reagierte gelassen auf die neuen Angriffe durch den US-Präsidenten. »Wenn mich jemand dafür kritisieren will, dass ich das Evangelium verkünde, soll er das mit der Wahrheit tun«, sagte das Kirchenoberhaupt. Die Kirche spreche sich seit Jahren gegen alle Atomwaffen aus, daran gebe es keinen Zweifel. Leo verwies auf seine Worte nach seiner Wahl zum Papst: »Ich habe gesagt: ›Friede sei mit euch‹, und die Mission der Kirche ist es, das Evangelium zu verkünden, den Frieden zu verkünden.«
Rubio spielte die jüngsten Äußerungen runter. Es seien »einige Dinge passiert«, seine Reise sei nach Italien sei allerdings bereits zuvor geplant gewesen, teilte er mit. Rubio sagte, es gebe Themen, die er bei seinem Treffen mit dem Papst besprechen wolle, und nannte als Beispiel die Religionsfreiheit. Nach Angaben des US-Außenministeriums will Rubio mit dem katholischen Kirchenoberhaupt zudem »die Lage in der Golfregion und gemeinsame Interessen in der westlichen Hemisphäre« besprechen.
Trump kritisierte auch Meloni
Der in den USA geborene Papst und der rechtspopulistische US-Präsident hatten sich vor dem Hintergrund des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran einen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Trump war den Papst angegangen, weil dieser unter anderem in seiner ersten Osterbotschaft die »sinnlose und unmenschliche Gewalt« im Irankrieg verurteilt hatte. Regierungschefin Meloni bezeichnete die Kritik als »inakzeptabel«, woraufhin Trump mit dem Teilabzug von US-Soldaten aus Italien drohte.
Am Montag hatte das US-Außenministerium die Reise Rubio in den Vatikan bestätigt. Beobachter werten die Reise als Versuch, nach dem öffentlich ausgetragenen Streit die Wogen zu glätten. Neben dem Treffen mit Leo am Donnerstag ist am Freitag ein Termin des US-Außenministers mit seinem Amtskollegen Tajani und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vorgesehen.
