
Die USA haben nach eigenen Angaben ihre zwölf B-1-Bomber von dem britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford abgezogen. Dies geschah eine Woche nach der Festnahme mehrerer Männer, die im Verdacht stehen, dort Terroranschläge vorbereitet zu haben, wie ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Ein Pentagon-Sprecher erklärte in einer E-Mail, aus Gründen der operativen Sicherheit habe man die Verlegung nicht in Echtzeit bestätigen können. Nun stehe jedoch fest, dass alle auf der Basis nordwestlich von London stationierten US-Bomber auf ihre Heimatstützpunkte in den USA zurückgekehrt seien. Zuvor hatte die Zeitung „Wall Street Journal“ über den Abzug aufgrund von Sicherheitsbedenken berichtet.
Der britische Premierminister Andy Burnham hatte am Mittwoch erklärt, es gebe „starke Anzeichen“ für eine Verwicklung Irans in die mutmaßlichen Anschlagspläne. US-Außenminister Marco Rubio verwies zudem auf die „Hände eines ausländischen Akteurs“. Die Regierung in Teheran wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und bestellte den britischen Botschafter ein. Die iranische Botschaft in London hatte entsprechende Spekulationen bereits zuvor als Propaganda verurteilt. Die britische Regierung hatte den USA erlaubt, die Bomber für Angriffe auf iranische Raketenstellungen zu nutzen, von denen aus Schiffe in der Straße von Hormus attackiert worden waren. Die iranische Revolutionsgarde hatten den Stützpunkt im Juli deshalb als legitimes Ziel bezeichnet.
Die britische Polizei hatte am vorangegangenen Wochenende fünf britische Staatsbürger aus London im Alter zwischen 23 und 25 Jahren wegen des Verdachts auf Terrorismus und Sprengstoffdelikte festgenommen. Eine örtliche Landwirtin hatte die Behörden alarmiert, nachdem sie maskierte Männer und drei weiße Transporter in Richtung des Flugplatzes im Westen Englands beobachtet hatte. Daraufhin sperrte die Polizei das Gebiet in einem Radius von 400 Metern ab und evakuierte Bewohner aus 85 Häusern.
Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge wird neben einem Bezug zu Iran zudem in Richtung einer russischen Sabotageoperation oder eines islamistischen Hintergrunds ermittelt. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting hatte auf eine generelle Bedrohung durch Iran hingewiesen. Die USA rieten ihren Bürgern in Großbritannien zur Vorsicht. Großbritannien hatte die Terrorwarnstufe bereits im April auf die zweithöchste Stufe angehoben.
