Das US-Verteidigungsministerium hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung
von Waffen rasch zu steigern. Das berichten die Washington Post und der
US-Sender CNN unter Berufung auf die Mitteilung eines Ministeriumsvertreters. Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte die Echtheit
des Dokuments.
Experten und Berichte von US-Medien wiesen zuletzt auf schwindende Waffenreserven im US-Militär als Folge des Irankriegs
hin. Das Center For Strategic & International Studies (CSIS) in Washington
schätzte etwa, dass den USA Ende Juli noch knapp 830 Patriot-Abwehrraketen zur
Verfügung stünden; vor dem Iran-Krieg seien es geschätzt 2.300 gewesen. Bei den noch leistungsfähigeren THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus, Ende Juli
seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen.
Verteidigungsministerium fordert neue Produktionspläne
Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Steve
Feinberg soll Vertretern der Rüstungsindustrie eine Frist von maximal drei
Wochen gegeben haben, Pläne für schnellere Liefertermine und eine gesteigerte
Produktion für kritische Fähigkeiten vorzulegen, zitieren CNN und die Washington
Post aus dem Dokument. Feinberg soll darin eine klare Erwartung geäußert haben:
»Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel.« Man müsse die Pläne
drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen, zitiert
ihn die Washington Post weiter.
Parnell behauptete in einem Statement, das Verteidigungsministerium konzentriere sich seit dem ersten Tag von Pete Hegseth als
US-Verteidigungsminister darauf, einen Wandel hinsichtlich der Geschwindigkeit, Kapazität und
Schlagkraft der amerikanischen Verteidigungsindustrie herbeizuführen. Hegseths Stellvertreter Feinberg arbeite daran, ein
veraltetes Beschaffungssystem zu reformieren.
Hegseth hatte die Berichte über schwindende Munitionsvorräte der USA dementiert. Auch Präsident Donald Trump wies die Bedenken zurück: Die USA hätten »weit mehr Munition als irgendjemand sonst auf der Welt« und »weit mehr, als wir brauchen«. Wer die Informationen über die geringen Bestände an Medien weitergebe, müsse sich auf »lange Haftstrafen« einstellen, drohte er auf seiner Plattform Truth Social.
