Das US-Justizministerium hat eigenen Angaben zufolge Tausende Dokumente und Medien aus der jüngsten Veröffentlichung im Fall Jeffrey Epstein wieder zurückgezogen. Zuvor hatten Anwälte von fast 100 mutmaßlichen Opfern bei einem Gericht in New York beanstandet, dass unzureichende Schwärzungen und lückenhafte Anonymisierungen ihre Mandantinnen und Mandanten gefährdeten. Das berichteten die Nachrichtenagentur AP und der Sender CNN.
Die Anwälte Brittany Henderson und Brad Edwards warfen dem Ministerium demnach schwere Versäumnisse vor und forderten das Gericht auf, umgehend einzugreifen. Zugleich legten sie nahe, das Ministerium habe möglicherweise vorsätzlich gehandelt. Die gerichtlich angeordnete Aufgabe sei einfach gewesen: die Namen bekannter Opfer vor der Veröffentlichung zu schwärzen.
In dem Schreiben ist von Tausenden Fällen die Rede, in denen Namen und andere personenbezogene Daten nicht ausreichend unkenntlich gemacht worden seien. Acht Frauen fügten eigene Stellungnahmen an. Eine bezeichnete die Veröffentlichung als “lebensbedrohlich”. Eine andere Betroffene berichtete von Todesdrohungen, nachdem 51 Einträge ihre privaten Bankdaten enthalten hätten. Sie habe daraufhin versucht, Kreditkarten und Konten zu sperren.
In einem Schreiben an die mit den Fällen betrauten Bundesrichter hieß es, das Ministerium habe nahezu alle beanstandeten Dokumente entfernt. Hinzu käme eine “erhebliche Zahl” an Dokumenten, die die US-Regierung selbst identifiziert habe.
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