Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat bislang keine festen Angaben aus den USA über einen möglichen Abzug amerikanischer Kampfbrigaden aus Deutschland erhalten. Nach einer Sitzung des Verteidigungsausschusses in Berlin sagte der SPD-Politiker, es gebe »nach wie vor keine wirklich belastbare Bestätigung« für entsprechende Pläne.
Nach bisherigen Informationen stehe im Raum, die Zahl der in Europa stationierten US-Brigaden um einen Verband zu reduzieren. Diese Entscheidung sei »das Ergebnis eines umfassenden, vielschichtigen
Prozesses, der sich auf die Präsenz der US-Streitkräfte in Europa
konzentrierte«, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Eine Kampfbrigade umfasst 4.000 bis 4.700 Soldaten. Ob von den angekündigten US-Maßnahmen auch in Deutschland stationierte Einheiten betroffen wären, sei derzeit jedoch noch unklar, sagte Pistorius.
Bereits am Vortag hatte der US-General und Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich bestätigt, dass die USA vorerst keine weitreichenden Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationieren werden. Die geplante Verlegung eines sogenannten »Long Range Fires Battalion« werde zunächst nicht umgesetzt. Grynkewich ist neben seiner Nato-Funktion auch Kommandeur des US-Militärkommandos Eucom für Europa.
Der US-General sagte zudem, dass der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Europa zu einem beträchtlichen Teil über die Rückkehr eines sogenannten Brigade Combat Teams erfolgen werde. Zu möglichen weiteren Anpassungen der US-Truppenstärke in Europa sagte Grynkewich, kurzfristig erwarte er keine anderen Ankündigungen.
