Das Parlament von Venezuela hat das geplante Ölabkommen mit den USA gebilligt. »Die Unterstützung des binationalen Energieträger-Abkommens« sei »angenommen« worden, sagte der Präsident der venezolanischen Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, nach einer Abstimmung per Handzeichen. Die Unterzeichnung des Abkommens ist für Mittwoch geplant.
Einige Oppositionspolitiker enthielten sich der Abstimmung und forderten
eine Einsicht in das Abkommen. »Wir haben das Bedürfnis und die
Pflicht, das Kleingedruckte zu kennen«, sagte der Abgeordnete Luis
Emilio Rondón. »Im Namen der Transparenz verlangen wir, dass uns der
vollständige und umfassende Text dessen, was vereinbart wurde,
ausgehändigt wird.«
US-Präsident Donald Trump hatte das Ölabkommen am Freitag verkündet. Es soll den USA die Kontrolle über rund ein Fünftel der venezolanischen Ölreserven sichern. Weitere Details wurden bisher kaum bekannt, was zu Spekulationen über einen möglichen Nachteil für Venezuela führte. Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hatte versichert,
Venezuela behalte die volle »Souveränität über seine Ressourcen«.
Venezuela besitzt größte Erdölreserven der Welt
»Wem nützt dieses Öl unter der Erde?«, sagte Rodríguez. »Denjenigen, die
wollen, dass das Stromnetz weiter ausfällt, denjenigen, die wollen,
dass wir die Krankenhäuser, die wir bauen wollen und müssen, nicht
errichten können, denjenigen, die wollen, dass wir keine weiteren
Schulen bauen, und denjenigen, die wollen, dass wir keine würdigen Löhne
zahlen.«
Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdölreserven weltweit, mehr als 303 Milliarden Barrel. Nach der Festnahme des langjährigen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Soldaten lockerten die USA Sanktionen gegen den Ölsektor des süamerikanischen Landes. Für den Zugang zum Öl setzten die USA auch Venezuelas Interimsregierung unter Druck.
