Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat die Relevanz der US-Truppen in Deutschland für beide Seiten betont. »US-Truppen sind wichtig für uns, aber auch wichtig für die Vereinigten Staaten (…) als Drehscheibe (…) insbesondere in Deutschland«, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments dem US-Sender CNN.
Auf die Frage, ob Deutsche weiterhin Vertrauen in die USA setzten, ihnen bei der Sicherheit beizustehen, sagte sie demnach: »Das Vertrauen in dieses Weiße Haus ist nicht dasselbe wie unter (Joe) Biden, unter (Barack) Obama … unter (Bill) Clinton«.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch angekündigt, eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland prüfen zu lassen. Eine Entscheidung solle in Kürze folgen. Kurz vor der Drohung war Trump Bundeskanzler Friedrich Merz verbal angegangen, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.
Deutschland ist ein Knotenpunkt des US-Militärs
Die Stützpunkte sind für die USA von großem Wert. Zu den militärisch bedeutsamsten gehört die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz, die für die USA als zentrale Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten dient. Das US-Europakommando (Eucom) hat sein Hauptquartier in Stuttgart und ist für europäische Länder, Russland und den Kaukasus zuständig. Das größte US-Militärkrankenhaus im Ausland befindet sich im rheinland-pfälzischen Landstuhl, der größte US-Truppenübungsplatz außerhalb der USA liegt nahe Grafenwöhr in Bayern.
Der US-Kongress hat den US-Präsidenten aber im Dezember verpflichtet, die US-Militärpräsenz in Europa langfristig ungefähr auf dem aktuellen Niveau zu halten. Laut dem neuen Gesetz darf die US-Regierung die Zahl der US-Soldaten in Europa nicht mehr für länger als 45 Tage unter 76.000 senken. Das Gesetz steht im Gegensatz zum Bestreben der Trump-Regierung, die USA stärker aus ihrer Führungsrolle innerhalb der Nato herauszuziehen und EU-Staaten in der Verteidigung stärker in die Pflicht zu nehmen.
Trump droht nicht zum ersten Mal mit Truppenverkleinerung
Trump droht nicht zum ersten Mal mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland. Bereits zum Ende seiner ersten Amtszeit im Jahr 2021 hatte er angekündigt, mehrere Tausend US-Soldaten innerhalb Europas zu verlegen oder ganz in die USA zurückzuholen. Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafe für die aus seiner Sicht zu geringen deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt.
Die US-Truppen galten in der Zeit des Kalten Krieges als Sicherheitsgarant für die Bundesrepublik und sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Regionen rund um die Stützpunkte geworden. Tausende Ortskräfte werden vom US-Militär beschäftigt, daneben hängen vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern Tausende weitere Arbeitsplätze von den US-Truppen ab.
