US-Vizepräsident JD Vance hat die angekündigte Reduzierung von Truppen in Deutschland und Polen
verteidigt. »Es geht nicht darum, jeden einzelnen amerikanischen
Soldaten aus Europa abzuziehen«, sagte Vance im Weißen Haus. Die Regierung in Washington wolle vielmehr »einige
Ressourcen so umschichten, dass die Sicherheit der USA bestmöglich
gewährleistet« sei.
Nach Angaben von Polens Regierung haben USA keine Entscheidung zu einer Truppenreduzierung in dem Nato-Land getroffen. Im Gespräch mit seinem amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth habe er erfahren, »dass sich das Engagement der USA für die Verteidigung und Sicherheit Polens nicht ändert«, schrieb Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz auf X.
»Verzögerung der Rotation«
Die USA hatten Anfang Mai angekündigt, binnen
eines Jahres 5.000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Vergangene Woche hatte dann das Wall Street Journal berichtet, das US-Verteidigungsministerium habe auch die Entsendung der Kampfbrigade von 4.000 Soldaten gestoppt, die in Polen stationiert werden sollten. Nun heißt es aus den USA, es handele sich im Fall von Polen nur um einen
Aufschub. Es gehe nicht um eine Reduzierung, sagte Vance und sprach von einer »üblichen Verzögerung bei der Rotation.«
Die Regierung in Warschau hatte bereits vergangene Woche dementiert, dass Polen vom Entsendungsstopp betroffen sei. Doch herrschte anschließend Unklarheit. Nach seinem Gespräch mit Hegseth schrieb Kosiniak-Kamysz nun: »Die getroffenen Entscheidungen richten sich in keiner Weise gegen unsere strategische Partnerschaft. Das Pentagon arbeitet derzeit an einem neuen Plan für die Stationierung seiner Truppen in ganz Europa.«
Europa werde ermutigt, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, begründete Vance die Entscheidung in Washington. »Die Vereinigten Staaten können nicht die Weltpolizei
sein.« US-Außenminister Marco Rubio will am
Freitag während eines Nato-Treffens in Schweden den Druck auf die Partner
erhöhen. Beim Außenrat in Helsingborg wolle Rubio die Mitgliedsländer erneut zu
höheren Investitionen in die Verteidigung und zu einer stärkeren
Lastenteilung aufrufen, teilte sein Ministerium mit.
