Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat bei einem Einsatz in New York auf einen Mann geschossen und ihn verletzt. »Der Mann ist am Leben und befindet sich in einem örtlichen Krankenhaus«, teilte das US-Heimatschutzministerium auf der Plattform X mit. Der Mann sollte bei dem Einsatz festgenommen werden.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani teilte mit, ersten Berichten zufolge hätten Einsatzkräfte das Auto des Mannes, in dem auch ein fünfjähriges Kind war, umringt. Dann seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Das Kind blieb nach bisherigem Kenntnisstand körperlich unverletzt.
Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag in einem Wohnviertel. Die Behörde bezeichnete den Mann als »kriminellen illegalen Einwanderer« und verwies auf eine frühere Verurteilung wegen Diebstahls sowie weitere Festnahmen. Im Dezember 2023 sei er von der New Yorker Polizei festgenommen, anschließend jedoch wieder freigelassen worden. Dafür machte das Ministerium die aus seiner Sicht zu lasche Einwanderungspolitik demokratisch regierter Städte verantwortlich.
Mamdani fordert Abschaffung von ICE
Mamdani nannte den Vorfall »nicht zu rechtfertigen und außerordentlich ernst«. Er habe US-Präsident Donald Trump angerufen. »Wenn wir sprechen, werde ich fordern, dass er alle ICE-Einsätze in unserer Stadt einstellt. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie ICE-Beamte unsere Gemeinden terrorisieren«, teilte Mamdani in einer Mitteilung mit, die mit den Worten »Schafft ICE ab« endet.
In den USA steht die Einwanderungsbehörde ICE wegen Einsätzen gegen Migranten und umstrittener Festnahmen in der Kritik. In den vergangenen Monaten gab es etwa in Houston und im Bundesstaat Maine Fälle von tödlichen Schusswaffeneinsätzen. Landesweite Proteste gab es Anfang des Jahres, nachdem Bundesbeamte im Bundesstaat Minnesota zwei US-Amerikaner erschossen hatten.
Die ICE-Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik des US‑Präsidenten. Trump verteidigt sein Vorgehen mit dem Ziel, die innere Sicherheit zu verbessern.
