Ein zweiter Angriff auf Venezuela ist US-Präsident Donald Trump zufolge vorerst abgesagt. Als Gründe nannte er auf seiner Onlineplattform Truth
Social unter anderem die Freilassung von politischen Gefangenen in dem
südamerikanischen Land und die gute Zusammenarbeit der beiden Länder
unter anderem bei der Öl- und Gasinfrastruktur. US-Kriegsschiffe sollen
aus Sicherheitsgründen vor der venezolanischen Karibikküste nicht abgezogen werden.
Die Regierung in Caracas hatte zuvor die Freilassung zahlreicher
venezolanischer und ausländischer Häftlinge angekündigt, darunter sollen
Medienberichten zufolge prominente Oppositionelle wie die
Menschenrechtlerin Rocío San Miguel sein. Trump bezeichnete die Freilassung als “sehr wichtige und kluge Geste” der Friedenssuche.
Der US-Präsident kündigte zudem Investitionen großer Ölkonzerne in Höhe von “mindestens 100
Milliarden Dollar” in die venezolanische Ölindustrie an. Ein Treffen dazu im Weißen Haus solle noch am
Freitag folgen. Die venezolanische Öl- und Gasinfrastruktur solle “in
einer wesentlich größeren, besseren und moderneren Form”,
wiederaufgebaut werden, teilte Trump mit.
USA brachten Maduro von Venezuela nach New York
Am vergangenen Wochenende hatten US-Soldaten den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro in Venezuela festgenommen und in die Vereinigten Staaten
gebracht. Dort soll ihm wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden.
Seine Nachfolgerin und vorherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez gilt als Anhängerin Maduros und hat
die Gefangennahme als völkerrechtswidrige Aggression verurteilt.
Seit September hatte das US-Militär vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten positioniert und immer wieder einzelne Schiffe, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren, angegriffen.
Größte Ölreserven der Welt
Der US-Präsident hatte schon zuvor Ansprüche angemeldet, an Einnahmen aus dem venezolanischen Ölexport beteiligt zu werden. Das
südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel
(je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich
dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert
werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf
spezialisiert.
Trotz der enormen Reserven ist Venezuelas
Ölindustrie marode. Die Förderung liegt mit rund 1,2 Millionen Barrel
pro Tag deutlich unter dem Niveau von fast drei Millionen Barrel vor 20
Jahren. Dennoch ist Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes. Der
Wiederaufbau der maroden venezolanischen Ölindustrie dürfte nach
Einschätzung von Experten Jahre dauern und hohe Investitionen erfordern.
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