Nach einer Morddrohung hat die bundesweit bekannte Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, ihre Teilnahme an einer Veranstaltung abgesagt. Ein Zeuge hatte am Donnerstag auf einer Parkbank und einem Mülleimer im Englischen Garten der Landeshauptstadt die hingeschmierte Drohung entdeckt und die Polizei informiert, wie das Präsidium mitteilte. Zuvor hatte die «Abendzeitung» darüber berichtet.
Die Gewaltandrohung stand in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt, wie eine Sprecherin auf Nachfrage schilderte. Die Kultusgemeinde bestätigte, dass es sich bei der namentlich genannten bedrohten Person um Knobloch handelte. Die 93 Jahre alte Vorkämpferin gegen Antisemitismus und frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden habe daraufhin ihre Teilnahme für eine am Abend geplante Veranstaltung abgesagt.
Inzwischen ermittelt der Staatsschutz. Die Polizei bittet Zeugen um Hinweise, wer die weiße Schrift angebracht haben könnte.
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