
Merz sieht keinen Verhandlungswillen bei Russland
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht das jüngste Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Beleg für Russlands fehlende Bereitschaft zu ernsten Friedensverhandlungen. „Die anschließende Bewertung dieses Gesprächs durch Russland hat gezeigt, dass Russland offensichtlich überhaupt nicht an ernsthaften Gesprächen zum jetzigen Zeitpunkt interessiert ist“, sagte Merz am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew.
„Wir werden deswegen alle unsere Anstrengungen unternehmen, der Ukraine weiter behilflich zu sein, sie zu unterstützen“, fuhr der Bundeskanzler fort. Dies gelte „nicht nur militärisch, sondern auch politisch, finanziell, ökonomisch“.
Der kasachische Präsident machte deutlich, dass er für ein Einfrieren von militärischen Operationen auf dem Gebiet der Ukraine sei, um Diplomatie und Verhandlungen zu ermöglichen. Er vermied jede direkte Kritik und sagte, sowohl Russland als auch die Ukraine seien gute Freunde Kasachstans.
Den russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit dem er gute Kontakte habe, halte er für eine herausragende Persönlichkeit und als Staatsmann für eine passende politische Figur, wie er laut offizieller Übersetzung der Pressekonferenz sagte.
Tokajew sagte demnach über Putin: „Ich kenne ihn sehr gut. Und er verfügt über die notwendigen Charaktereigenschaften für die Rolle des Staatsoberhaupts von einem sehr großen Land mit einer sehr komplizierten Geschichte, mit eigenem Verständnis von strategischen Zielen, die vor diesem Land stehen.“
