
Herr Kunkel, wir können nicht über Märkte sprechen, ohne über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt zu reden. Wie gucken Sie darauf?
Wir versuchen es relativ nüchtern und rational zu betrachten. Sachsen-Anhalt trägt weniger als zwei Prozent zum deutschen BIP bei. Auch wenn dort eine Regierung mit AfD-Beteiligung zustande käme, würde das sicherlich für Sachsen-Anhalt negative Auswirkungen haben – denken Sie an den Fachkräftemangel, der sich weiter zuspitzen würde, oder an politische Unsicherheit. Aber aufs große Ganze sollte es keine großen Auswirkungen haben auf das, was die Märkte interessiert. Könnte es Auswirkungen auf fiskalpolitische Entwicklungen geben? Sehen wir nicht. Auf die Reformagenda? Auch nicht. Wenn überhaupt, könnte es sogar positiv kommen, indem die Regierung sagt: Wir müssen jetzt noch mehr voranschreiten. Alles in allem sehen wir aus Marktsicht keine negativen Auswirkungen.
