Die Bewerbung für den Start der Tour de France 2029 im Osten Deutschlands ist offiziell eingereicht worden. Das bestätigte Ex-Verteidigungsminister Rudolf Scharping als Vorstandsmitglied der deutschen Kandidatur am Rande der zweiten Touretappe in Barcelona. »Die Bewerbung ist eingereicht. Es geht auch um Berlin und Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Eine Riesenchance, um die Geschichte der Freiheit und den Fall der Mauer zu erzählen«, sagte Scharping der ARD.
Die Bewerbung des Vereins Grand Départ Allemagne hat historischen Charakter: 40 Jahre nach dem Mauerfall soll der Start des größten Radrennens der Welt laut Plan der Organisatoren ein Zeichen für ein vereintes Europa setzen. Der Verein gehört zum deutschen Verband German Cycling – dessen Präsident Scharping 20 Jahre lang war.
Tour-de-France-Chef äußerte sich positiv
Der Chef der Tour de France, Christian Prudhomme, hatte sich gegenüber einem möglichen Tourstart im Osten Deutschlands offen gezeigt. Im Januar sagte er in der ARD-Sportschau, dass ein möglicher Start hierzulande nicht ohne Berlin stattfinden sollte. »Für mich als Franzosen und für viele andere Europäer hängt dieses Ereignis vor allem mit dem Fall der Mauer im November 1989 zusammen. Das wäre für mich ein sehr starkes Signal: Berlin 2029 und der Fall der Mauer 1989«
Mitbewerber sind laut Scharping Slowenien und die tschechische Hauptstadt Prag. »Die Konkurrenten sind stark, wir sind allerdings noch stärker und optimistisch«, sagte der langjährige Radsportpräsident.
Bei der Finanzierung hofft Scharping, neben den betroffenen Bundesländern auch den Bund mit einbeziehen zu können. »Ich denke, wir sollten bis Ende des Jahres alles klar haben, weil die Tour de France wird irgendwann den Grand Départ 2029 ankündigen; muss sie auch«, sagte Scharping.
