
Glücklich war Kevin Trapp nicht mit dem Spielverlauf. „Zwei nach Standards, ein Elfmeter und ein Geschenk“, fasste der ehemalige Schlussmann von Eintracht Frankfurt die Tore zusammen, die sein neuer Klub, Paris FC, im Testspiel beim FSV Mainz 05 kassiert hatte. Er selbst stand bei der 0:4-Niederlage während der ersten beiden Gegentreffer im Tor – beziehungsweise elf Meter davor, was Stürmer Phillip Tietz einen erfolgreichen Abschluss aus fast 40 Metern ermöglichte.
„Kalkuliertes Risiko“, sagte der 36-Jährige, der in dieser Szene als mitspielender Keeper selbstredend nicht am Fünfmeterraum kleben konnte. Der Fehler lag denn auch im Mittelfeld, wo sich sein Kapitän Pierre Lees-Melou den Ball von Kaishu Sano abluchsen ließ. Die Mainzer Führung hatte Fabio Gruber nach einer Ecke per Fallrückzieher erzielt, Trapp war chancenlos. Kurz vor der Pause verhinderte er per Fußabwehr gegen Sheraldo Becker einen höheren Rückstand.
Trapp fühlt sich fitter als noch vor ein paar Jahren
Als die Mainzer in der Schlussphase zweimal nachlegten, Ransford Königsdörffer vom Punkt und Kacper Potulski nach einer weiteren Ecke, hatte Trapp längst an Obed Nkambadio übergeben – seinen 13 Jahre jüngeren Kollegen, den er nach seiner Ankunft in Paris im vorigen Jahr überraschend als Nummer eins verdrängte. „Mit Obed ist die Mannschaft in die Erste Liga aufgestiegen, es war klar, dass er spielt, und ich wollte dem jungen Team mit meiner Erfahrung etwas geben und das Trainingsniveau hochhalten. Aber spielen zu dürfen, ist natürlich schöner.“
Körperlich und mental fühle er sich fitter als noch vor ein paar Jahren, sagte Trapp. Wie das kommt? „Es gibt keinen wirklichen Grund, es ist einfach so.“ Einem Comeback in der Nationalmannschaft, deren Kader er sieben Jahre lang angehörte, würde er sich nicht verweigern. „Ein solches Buch macht man nie zu“, betonte er am Mainzer Bruchweg, an der Stelle, an der die Karriere des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp einst begann. „Ich will an die vorige Saison anknüpfen, das war eine meiner besten.“ Im DFB-Team war er zuletzt im November 2023 dabei – „und ich schaue noch immer hin“.
