Nach einem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf Passanten am Rande des CSD in Berlin sind auch die Menschen in Hessen geschockt. «Wieder hat ein feiger und menschenverachtender Anschlag friedlich feiernde Menschen getroffen – diejenigen, die für unsere freie und offene Gesellschaft stehen», schrieb der hessische Ministerpräsident Boris Rhein auf X. «Meine Gedanken sind bei den Opfern der augenscheinlichen Terrortat auf dem CSD Berlin und ihren Angehörigen.»
Der Fokus liege auf der Fahndung nach dem oder den Tätern und der Trauer um die Opfer, schrieb Rhein. «Danach wird die Tat auch politisch zu bewerten sein.»
Eine Tote, mehrere teils schwer verletzte Menschen
Ein Autofahrer hatte am Samstagabend im Berliner Tiergarten am Rande des CSD mehr als ein Dutzend Menschen angefahren. Eine Frau starb, andere Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei fahndet nach einem 21 Jahre alten Tatverdächtigen. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte am Tag nach der Tat, man gehe von einem islamistischen Terroranschlag aus.
Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) teilte mit: «Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Der Christopher Street Day steht für Sichtbarkeit, Respekt und die Freiheit, so leben und lieben zu können, wie man ist. Gerade deshalb dürfen Hass, Einschüchterung und Gewalt niemals Raum gewinnen.»
«Fassungslos, traurig und geschockt»
Die SPD Hessen schrieb auf Instagram, sie sei fassungslos, traurig und geschockt «angesichts dieses sinnlosen Verbrechens». «Jeder Mensch hat das Recht, frei und selbstbestimmt zu leben und zu lieben. Diese Freiheit werden wir verteidigen: entschlossen, solidarisch und gegen jeden Versuch, Menschen mit Hass und Gewalt einzuschüchtern.»
Am Sonntagabend war eine Mahnwache am Frankfurter Römer geplant. Dazu hatten der CSD Frankfurt und Fridays for Future Frankfurt auf Instagram aufgerufen. «Der Anschlag auf den CSD Berlin hat uns alle tief erschüttert. Wir haben Angst, und wir sind wütend», hieß es in dem Post.
«Lasst uns diesen schweren Tag nicht allein durchstehen und heute um 18 Uhr am Römer zusammenkommen und füreinander da sein», schreiben die Veranstalter. «Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen, allen die gestern auf dem CSD waren und noch nicht verarbeitet haben, was da passiert ist, allen die heute mehr denn je Angst um ihre Sicherheit haben.»
Darmstadt hisst Regenbogenflagge
Die Stadt Darmstadt kündigte an, als Reaktion auf den Anschlag ab sofort die Regenbogenfahne am Rathaus zu hissen. Sie werden als «sichtbares Zeichen der Solidarität mit der queeren Community und als klares Bekenntnis zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt» bis zum eigenen CSD in Darmstadt am 15. August wehen.
«Wir gedenken der Toten und der Verletzten von Berlin. Der Christopher Street Day am 15. August wird in Darmstadt stattfinden – als Ausdruck einer Gesellschaft, in der alle Menschen in Würde, Sicherheit und Freiheit leben können», teilte Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) mit. «Die Wissenschaftsstadt Darmstadt lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, am 15. August am Christopher Street Day teilzunehmen und sich gemeinsam für Vielfalt, Toleranz, Solidarität und Demokratie einzusetzen.»
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