Die US-Regierung geht gegen den Export hochmoderner Chips für Künstliche Intelligenz (KI) an Auslandstöchter chinesischer Konzerne vor. Das Handelsministerium in Washington veröffentlichte am Sonntag neue Richtlinien, um ein Schlupfloch bei den
Exportbeschränkungen zu schließen. Dieses hatte es Unternehmen offenbar ermöglicht, die weltweit fortschrittlichsten Prozessoren – wie die Rubin- und Blackwell-Chips von Nvidia sowie MI350x-Chips von AMD – an chinesische Firmen mit Sitz außerhalb der Volksrepublik zu liefern.
Das Schlupfloch war 2025 entstanden, als die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Durchsetzung einer Regelung zum weltweiten Zugang zu KI-Chips aussetzte. Einem Brancheninsider zufolge könnten Hunderttausende der Hochleistungschips an Niederlassungen chinesischer KI-Firmen in Ländern wie Malaysia gelangt sein. Der Technologieexperte und ehemalige Mitarbeiter des US-Außenministeriums, Chris McGuire, sprach von einem großen Problem. »Chinesische Unternehmen haben diese Chips gekauft, sehr wahrscheinlich in großem Maßstab«, sagte er.
Firmen mit Hauptsitz in China benötigen eine Lizenz
Die neuen Vorgaben des Handelsministeriums gelten nun nicht nur für direkte Ausfuhren nach China, sondern
auch für Firmen im Ausland, die ihr Hauptquartier oder ihre
Muttergesellschaft in China haben, teilte die US-Behörde für
Industriesicherheit mit. Für den Export der Chips an Unternehmen mit Hauptsitz in China ist künftig eine Lizenz erforderlich, selbst wenn sich die Tochtergesellschaft im Ausland befindet. Allerdings müssen Rechenzentren den Betrieb oder die Wartung bereits gelieferter Chips und Server nicht einstellen.
Im Rennen um die Entwicklung Künstlicher
Intelligenz sind die Chips der US-Firma Nvidia unersetzlich.
US-Präsident Donald Trump hatte China deshalb mit
Handelsbeschränkungen für Nvidias beste Produkte belegt. Die neue Maßnahme
deutet nun auf einen weiterhin harten Kurs gegenüber der Regierung in Peking hin, obwohl
Trump sich zuletzt um ein harmonisches Verhältnis mit Chinas Staatschef
Xi Jinping bemühte.
Nvidia hatte zuletzt versucht, wieder im
chinesischen Markt Fuß zu fassen. Der Konzern machte dort einst
Milliardengeschäfte, bis die Streitigkeiten zwischen den Regierungen in Washington und
Peking das Geschäft fast zum Erliegen brachten. Für Nvidia, das wertvollste Unternehmen der Welt, geht es bei den Beziehungen zu China
um viel Geld: Dem Konzern entgehen nach Schätzung von Firmenchef Jensen
Huang allein in diesem Jahr Erlöse von rund 50 Milliarden Dollar.
