Leute machen komische Dinge. „,Wenn ich sauer auf jemanden bin, dann schreibe ich den Namen auf einen Zettel und stecke ihn in den Gefrierschrank, der friert ihn ein‘, erklärt Hollywood-Star Nicole Kidman (59) ihr lustiges Ritual zum Wut-Abbau“, lesen wir etwa im „Echo der Frau“ und sind wenig überzeugt. Sie stößt doch dann jedes Mal, wenn sie sich ein Eis rausnehmen will, auf all die Namen und ärgert sich von Neuem. Wir würden die Zettel eher verbrennen oder irgendwo runterspülen. Wir würden uns auch nicht wie die Moderatorin Marijke Amado für jeden Mann, der sie mal enttäuscht hat, eine Schweinestatue in den Garten stellen. 39 hat sie inzwischen, die sie einmal die Woche anbrüllt. Aber will man denn jedes Mal, wenn man in den Garten geht, daran erinnert werden, dass Männer Schweine sind?
Kidmans deutscher Kollege Matthias Schweighöfer, weiß „Das neue Blatt“, hat auch so seine Schrullen. „,Ich versuche immer, ganz bewusst im Hier und Jetzt zu sein – zum Beispiel, indem ich Bäume zähle‘, verrät er seinen cleveren Trick, um den Moment nicht zu verpassen.“ Clever? Wir schätzen mal, wenn man die ganze Zeit Bäume zählt, verpasst man den Moment garantiert. Und ganz viele andere ebenfalls.
Eigentümlich zeigt sich, nicht zum ersten Mal, auch Thomas Tuchel. „Bild“ schreibt: „Der englische Nationaltrainer blickt in einer Doku des englischen Verbands auf die WM zurück, sagt über das furiose 3:2 im Achtelfinale gegen Mexiko: ,Ich bereue es, dass ich nach dem Spiel nicht etwas Gras gegessen habe, damit ich für immer etwas davon in meinem Körper bewahren kann.‘“ Lebenserfahrene Leser werden jetzt sagen: Wieso Gras essen? Wir haben das immer geraucht.
Grasende Influencer
Erstaunlich auch, dass ein so kluger Kopf wie Tuchel denkt, dass Nahrung auf ewig im Körper bleibt: Die hat ja ihre Wege, wieder rauszukommen. Auch die im Gras enthaltenen Mineralstoffe wie Magnesium und Kalzium sind im Leib irgendwann nicht mehr auffindbar. Gerade junges Gras übrigens, haben wir im Netz gelesen, hat einen äußerst hohen Proteingehalt, weshalb wir uns nicht wundern werden, wenn wir auf den Weiden bald grasende Fitness-Influencer treffen. Sein Ziel erreicht hätte Tuchel dann, wenn der Achtelfinalplatz mit Kunstrasen belegt gewesen wäre – der nämlich enthält Mikroplastik, die bleibt praktisch für immer im Körper.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Für Aufsehen hat Tuchels Kollege Jürgen Klopp gesorgt, indem er für die nächsten Länderspiele gleich zwei Kader nominierte, 44 Spieler, darunter 16 absolute Neulinge. Sollte er damit Erfolg haben: Würde seine Methode Schule machen? Es könnten sich zum Beispiel zwei Bundeskabinette abwechseln – insgesamt zwei Bundeskanzler, 34 Minister und zehn Staatsminister, da sollten sich doch ein paar Talente finden lassen. Und es fiele nicht so stark ins Gewicht, wenn der eine oder andere (Merz!) noch keine Regierungserfahrung hat.
Und wer passt auf das Baby auf?
Selbst Jens Spahn könnte dann wieder ein Amt bekommen, den wir auf einem „Bunte“-Foto entdeckt haben: Gemeinsam mit seinem Mann hat er eine Bertelsmann-Party besucht. Eigentlich geht es uns nichts an, doch wir haben uns sofort gefragt: Und wer passt auf das Baby auf? Doch vielleicht haben sie ja die Leihmutter einfliegen lassen.

Ein Bundesminister hat es der „Aktuelle“-Leserin Waltraud B. angetan. „Ich bin 88 Jahre alt und sage: Ein Mann muss nicht schön sein, sondern interessant, so wie Verteidigungsminister Boris Pistorius. Etwas kleinwüchsig. Aber oho!“, schreibt sie. Verteidigt uns etwa ein Kampfzwerg? Internetquellen zufolge ist Pistorius immerhin 1,80 Meter groß, aber vielleicht ist Frau B. ja hoch aufgeschossen. „Ein schöner Mann“, weiß sie jedenfalls, „gehört einer Frau nicht alleine. Sie sind eingebildet und launisch, so wie Ministerpräsident Markus Söder.“ Der dürfte sich darauf, dass sie ihn schön nennt, jetzt ordentlich was einbilden.
Capri-Sonnen-Hochzeit auf Capri
Gefreut hat sich vermutlich auch „Bunte“, dass sie die Schlagzeile drucken konnte: „Capri-Sonne-Milliardär heiratet auf Capri“. Noch ein bisschen schöner wären „Ritter-Sport-Milliardär heiratet in Rüstung“, „Montblanc-Milliardär heiratet auf Berggipfel“ und „Puma-Milliardär heiratet in Raubtierkäfig“.
Von seiner Ranch in Montana trennt sich das Schauspieler-Ehepaar Nick Wilder und Christine Mayn. Beide hatten sich, hält „Frau im Spiegel“ fest, „Ende der 1990er-Jahre in das kleine Paradies mit Blick auf die Rocky Mountains und den Missouri River verliebt“. Um freilich zu wissen, ob die Ranch mit ihren 700 Quadratmeter Wohnfläche und acht Hektar Weiden und Wäldern tatsächlich ein „kleines“ Paradies darstellt, müsste man die Ausmaße des echten Garten Eden kennen; leider schweigt sich die Bibel über die genaue Wohnfläche und Landgröße aus. Als Grund für ihren USA-Abschied nennen die beiden übrigens die politische Polarisierung, womit man die Schlagzeile drucken könnte: „Aus dem Paradies vertrieben von Trump“. Der hält sich ja eh für allmächtig.
Bei uns stehen derweil an diesem Sonntag schon wieder Landtagswahlen an – und manche Momente möchte man gerade doch am liebsten verpassen. Wir werden jetzt gleich mal in den Wald fahren und Bäume zählen.
