Das Genre Krimi ist ja unglaublich vielfältig. Es gibt quasi alles, vom klassischen Detektivroman über Locked-Room-Kammerspiele bis zum blutigen Gemetzel. Als hoffnungslos narzisstische Autorin lese ich freiwillig aber ausschließlich Bücher aus der Nische des Segments, für die ich selbst mal produziert habe, nämlich den hart abgekochten »Roman noir«.
Nun will es diese Kolumne, dass ich meinen Horizont etwas erweitere, was der Hauptgrund dafür ist, dass ich sie überhaupt schreibe, denn ich begreife mich als ein lernendes System, und zum Lernen muss man nach über einem halben Jahrhundert auf dieser Erde manchmal ein bisschen getragen werden. Aber so durfte ich jüngst lernen, dass meine heimliche Liebe der Krimödie gilt, vor allem den Krimödien von Tatjana Kruse. In ihrem aktuellen Roman Wer zuerst liest, stirbt zuletzt (Insel Verlag, 13,– €) bringt Kruse perfekt auf den Punkt, was das genau ist, eine Krimödie: »Das Kind der Liebe aus Krimi und Komödie, für die gute Laune bei Regenwetter.«
