Nach den Plänen der Bundesregierung soll die Tabaksteuer bis zum Jahr 2030 stärker ansteigen als bisher geplant. Das geht aus einer sogenannten Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums für die Koalitionsfraktionen hervor, die dem Redaktionsetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.
Eine Schachtel Zigaretten soll demnach in vier Jahren knapp zwölf Euro kosten, statt der derzeit rund acht Euro. Ursprünglich sollte die Erhöhung der Tabaksteuer um gut 40 Cent geringer ausfallen. Auch die Steuer auf Feinschnitt – also von Tabak für selbstgedrehte Zigaretten – soll stärker angehoben werden.
Der Grund für die größere Erhöhung ist ein Loch im Haushalt. Das hatte sich aufgetan, weil im Rahmen des Gesundheits-Sparpakets der Steuerzuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen doch nicht so stark abgesenkt werden soll, wie ursprünglich gedacht.
Die höheren Abgaben auf Tabak sollen jedes Jahr rund 800 Millionen Euro Mehreinnahmen für den Bund bringen. Bis 2030 soll sich das Plus auf rund 4,5 Milliarden Euro belaufen.
Aber der Haushalt sei nicht der einzige Grund für die stärkere Erhöhung gewesen. In Regierungskreisen heißte es: »Die Erhöhung dient auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und steht im Einklang mit dem Ziel der Bundesregierung, die Raucherquote von Jugendlichen und Erwachsenen zu senken.«
»Vor allem der Aspekt des Gesundheitsschutzes« solle durch den Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen noch einmal gestärkt werden. Die zur Vorbereitung des Gesundheits-Sparpakets eingesetzte Expertenkommission hatte eine noch stärkere Erhöhung vorgeschlagen.
Konkret soll der durchschnittliche Packungspreis für Zigaretten 2027 auf 9,10 Euro (bisher geplant 8,77), 2028 auf 9,91 Euro (9,56), 2029 auf 10,81 (10,42) und 2030 auf 11,78 Euro (11,36) steigen. Der Tabaksteueranteil klettert von aktuell rund 4 Euro bis 2030 auf 6,19 Euro.
