
Der Südwestrundfunk (SWR) hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem Überschuss von 41 Millionen Euro abgeschlossen. Das geht aus dem Jahresabschluss 2025 hervor. Demnach beliefen sich die Gesamterträge auf 1,353 Milliarden Euro. Dem standen Ausgaben von 1,312 Milliarden Euro gegenüber. Laut Haushaltsplan hatte die zweitgrößte ARD-Anstalt einen Überschuss von sieben Millionen erwartet.
Auf die Anfang 2025 ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags habe der SWR mit zusätzlichen Sparmaßnahmen reagiert, die spürbar gewirkt hätten, erklärte der Sender. Mit dem Verwaltungsrat vereinbarte Haushaltssperren seien konsequent umgesetzt worden. Geplante Reformen und Investitionen habe man verschoben. Außerdem habe es „günstige Sondereffekte“ gegeben, etwa aus dem Verkauf von Vermögensgegenständen, aufgelösten Rückstellungen und Finanzerträgen.
Personalaufwand inklusive Altersversorgung: 394 Millionen Euro
Die Gesamtausgaben des SWR lagen im vorigen Jahr um 46 Millionen Euro niedriger, als sie im Haushaltsplan angesetzt worden waren (insgesamt 1,358 Milliarden Euro). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen und Materialaufwand beliefen sich auf 571 Millionen Euro, dies war der höchste Ausgabenposten. Darin enthalten sind die Kosten für die Produktion und Verbreitung der Inhalte des SWR an externe Partner sowie die „Urheber-, Leistungs- und Herstellervergütungen“, die sich auf rund 332 Millionen Euro beliefen. Für „Programmgemeinschaftsaufgaben und Co-Produktionen“ wurden 178 Millionen Euro aufgewendet. Der Personalaufwand inklusive Altersversorgung belief sich auf 394 Millionen Euro. Sonstige betriebliche Aufwendungen schlugen mit rund 232 Millionen Euro zu Buche.
Der SWR nahm aus dem Rundfunkbeitrag 1,092 Milliarden Euro ein, das waren 81 Prozent der Gesamterträge. Im Haushaltsplan hatte der SWR mit einer Beitragshöhe von 18,94 Euro kalkuliert und daher mit Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag in Höhe von 1,134 Milliarden Euro gerechnet, also 42 Millionen Euro mehr. Zusätzlich erzielte der SWR Erträge aus Sponsoring und Werbung. Die Einnahmen aus Sponsoring bezifferte der SWR auf rund 1,5 Millionen Euro. Der Ertrag durch Werbung über die SWR Media Services habe sich auf rund 12,6 Millionen Euro belaufen. Daneben gebe es eine Gewinnausschüttung der SWR Media Services von rund sieben Millionen Euro. Außerdem erzielte der SWR sonstige betriebliche Erträge von 54,9 Millionen Euro, Erträge aus dem Sondervermögen Altersversorgung von 39,7 Millionen Euro und Finanzerträge über Zinsen und Wertpapiere von 39,1 Millionen Euro.
Intendantengehalt lag bei 392.539 Euro
Der SWR hat auch die Bezüge des Direktoriums im Jahr 2025 veröffentlicht. Das Gehalt des Intendanten Kai Gniffke ist nach Angaben des SWR im Frühjahr 2025 auf den Stand vom 1. Dezember 2022 gedeckelt worden und lag bei 392.530 Euro. Es soll bis Ende August 2029 nicht erhöht werden. Dann läuft Gniffkes zweite Amtsperiode als Intendant aus. Der Intendant erhielt 2025 außerdem Sachbezüge von 8059 Euro (geldwerter Vorteil des privat zu versteuernden Dienstwagens). Mit Beginn seiner zweiten Amtsperiode am 1. September 2024 entfiel Gniffkes vorherige Aufwandsentschädigung von jährlich 4200 Euro.
Bei den Direktoren beliefen sich die Jahresbezüge auf jeweils 250.606 Euro. Eine Ausnahme war die Juristische Direktion, die bis Ende August 2025 von einer Doppelspitze geleitet wurde. Seit September 2025 ist Alexandra Köth alleinige Juristische Direktorin. Sie erhielt 2025 175.391 Euro. Frauke Pieper erhielt als damalige weitere Juristische Direktorin bis zu ihrem Weggang ein Gehalt von 91.856 Euro. Sie verließ den SWR Mitte des Jahres, um als stellvertretende Justiziarin zum ZDF zurückzukehren.
Alle SWR-Direktoren erhielten 2025 eine Aufwandsentschädigung. Sie betrug für das Gesamtjahr 1848 Euro. Für alle Direktoren mit Ausnahme von Anke Mai wurden zudem Sachbezüge ausgewiesen, meist ist das der geldwerte Vorteil des privat zu versteuernden Dienstwagens. Bei Köth und Pieper ging es um den geldwerten Vorteil für die private Nutzung einer Bahncard. Die Sachbezüge beliefen sich auf Beträge zwischen 3235 Euro und 23.434 Euro. Zwei Direktoren erhielten 2025 außerdem Bezüge für Tätigkeiten bei SWR-Tochterfirmen oder Beteiligungen. Bei Clemens Bratzler waren es 10.000 Euro, bei Jan Büttner 3600 Euro. Beide spendeten dieses Geld nach Angaben des SWR für wohltätige Zwecke.
