Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erneut mehrere iranische Tanker angegriffen, die mit der iranischen
Revolutionsgarde in Verbindung stehen sollen. Die Attacken seien eine
Reaktion auf Raketenangriffe auf ein Kriegsschiff der US-Marine,
berichteten die Nachrichtenagentur AP, der Sender Fox News und das Wall Street Journal unter
Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Erst am Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Nach Fox News-Angaben waren die neuen Angriffe Teil der US-Bemühungen, den Iran wirtschaftlich zu isolieren. Der Iran ist stark von seinen Einnahmen aus dem Ölexport abhängig.
Zuvor hatten iranische
Medien am Dienstag mehrere Explosionen vor der Insel Charg im
Persischen Golf sowie nahe der Hafenstadt Dschask an der Straße von Hormus gemeldet. Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren
Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Charg zu hören, darunter
auch im Hafengebiet.
Iran warnt vor neuen Vergeltungsangriffen
Die Insel Charg ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein großer Teil der Ölproduktion wird von dort verschifft. Im Iran-Irak-Krieg (1980–1988) war Charg wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt Ziel von Angriffen.
Die Angriffe sind die jüngsten in einer Reihe gegenseitiger Attacken zwischen dem Iran und den USA. Die Marine der iranischen
Revolutionsgarde rief die Besatzungen von Öltankern in den Gewässern vor
Kuwait und Bahrain auf, ihre Schiffe sofort zu verlassen. Diese könnten
als Vergeltung für die US-Attacken auf iranische Tanker angegriffen
werden, teilte das iranische Staatsfernsehen mit. In Kuwait und Bahrain
sind US-Truppen stationiert.
Sowohl die USA als auch der Iran versuchen, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu erlangen, durch die vor Kriegsbeginn etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Öls sowie große Mengen verflüssigtes Erdgas und Düngemittel transportiert wurden. Die steigenden Energiepreise bereiten US-Präsident Donald Trump und seiner Republikanischen Partei mit Blick auf die Zwischenwahlen im November politische Probleme.
