US-Präsident Donald Trump hat den US-Einsatz für eine sichere
Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus Medienberichten zufolge
nach Druck von Verbündeten am Golf ausgesetzt. Trumps überraschender Stopp von
»Project Freedom« erfolgte, nachdem Saudi-Arabien den USA die Nutzung eines
Luftwaffenstützpunktes sowie des saudischen Luftraums zur Unterstützung der
Initiative untersagt hatte, wie der Sender NBC News unter Berufung auf zwei
US-Beamte berichtete.
Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf
saudische Beamte, dass neben Saudi-Arabien auch Kuwait dem US-Militär die
Nutzung von Stützpunkten und seines Luftraums verwehrt hatte. Dazu sei es
gekommen, nachdem hochrangige US-Beamte iranische Angriffe in der Region als
Reaktion auf »Project Freedom« heruntergespielt hätten. Die US-Initiative habe
den größten Streit in den militärischen Beziehungen der USA und Saudi-Arabiens
seit Jahren ausgelöst, hieß es.
Trump hatte am Dienstag überraschend angekündigt, den am
Montag begonnenen Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Meerenge
»für kurze Zeit« auszusetzen. Während des Stopps von »Project Freedom« solle
geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen werden könne. Die
Aussetzung von »Project Freedom« erfolge auf Bitten Pakistans und anderer
Länder sowie durch die »enormen militärischen Erfolge« der USA, teilte er mit.
Militäreskorten könnten bald wieder aufgenommen werden
Nach Informationen des Wall Street Journal haben
Saudi-Arabien und Kuwait ihre Beschränkungen für das US-Militär inzwischen
wieder aufgehoben. Im Fall Saudi-Arabiens sei dies das Ergebnis eines von
mehreren Telefonaten zwischen Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin
Salman gewesen.
Trumps Regierung erwäge nun, »Project Freedom« wieder
aufzunehmen. Laut Beamten aus dem Pentagon könnte das bereits diese Woche
passieren, schrieb die Zeitung.
Ziel der Operation war es Trump zufolge, festsitzende Schiffe aus der Straße von Hormus hinauszugeleiten. Die Meerenge ist unter anderem als Transportweg für
den Export von Öl- und Flüssiggas von entscheidender Bedeutung für die
Weltwirtschaft. Der Iran hat die Schifffahrt in der Passage seit Kriegsbeginn
mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht.
Derzeit gilt in der Region zwar eine Waffenruhe. Zuletzt hatten wechselseitige Angriffe der USA und des Iran die Vereinbarung allerdings bedroht. Verhandlungen über ein Ende des Kriegs waren bisher gescheitert. Zu den strittigen Punkten gehören unter anderem das iranische Atomprogramm sowie die Kontrolle der Straße von Hormus – der Iran will, dass Schiffe für die Passage der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman künftig eine Mautgebühr zahlen.
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