In Deutschland ist jeder zehnte Mensch zwischen 20 und 24 Jahren weder berufstätig noch in einer Ausbildung. Im Jahr 2025 lag der Anteil bei zehn Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit ist er in den vergangenen Jahren gestiegen. 2022 waren es noch 8,8 Prozent.
Im europäischen Vergleich steht Deutschland damit trotzdem relativ gut da. In den 27 EU-Staaten lag der Anteil junger Menschen ohne Arbeit und Ausbildung 2025 im Durchschnitt bei 12,9 Prozent. International werden diese jungen Menschen als sogenannte NEETs bezeichnet. Das steht für Not in Employment, Education or Training, also Menschen, die weder arbeiten noch eine Ausbildung oder Weiterbildung machen.
Den niedrigsten Anteil gab es in den Niederlanden mit 5,6 Prozent, gefolgt von Schweden mit 7,3 und Tschechien mit 7,6 Prozent. Besonders hoch war der Anteil dagegen in Rumänien mit 22,8 Prozent, Bulgarien mit 17,3 Prozent und Frankreich mit 16,2 Prozent. Für Luxemburg lagen keine aktuellen Zahlen vor.
Frauen häufiger betroffen als Männer
Junge Frauen sind in Deutschland etwas häufiger betroffen als junge Männer. 10,5 Prozent der 20- bis 24-jährigen Frauen haben weder einen Job noch befinden sie sich in einer Ausbildung. Bei den Männern sind es 9,6 Prozent. Auch in der gesamten EU ist der Anteil bei jungen Frauen höher.
Ein Unterschied zeigt sich dagegen zwischen Stadt und Land. In Deutschland betrifft die Situation junge Menschen in Städten häufiger. In größeren Städten haben 10,6 Prozent weder Arbeit noch Ausbildung, auf dem Land sind es 7,9 Prozent. EU-weit ist das Bild umgekehrt. Dort liegt der Anteil in ländlichen Regionen bei 15,4 Prozent.
Hinter den Zahlen stehen unterschiedliche Gründe. Nach Angaben des Bildungsberichts 2024 suchten 25 Prozent der betroffenen jungen Menschen in Deutschland nach einem Arbeitsplatz. Zwei Drittel standen dem Arbeitsmarkt dagegen nicht zur Verfügung. Häufig lag das an Betreuungspflichten, etwa für Kinder oder Angehörige (20 Prozent), oder an gesundheitlichen Problemen (18 Prozent). Weitere 17 Prozent suchten aus Bildungsgründen keine Arbeit, beispielsweise, weil sie auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz warteten.
