Die Bundesregierung will mit einem umfassenden Maßnahmenpaket deutsche Startups bei der Finanzierung unterstützen. Ein Entwurf für eine »Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung« aus dem Bundeswirtschaftsministerium, welcher der ZEIT vorliegt, enthält dazu insgesamt 150 Maßnahmen. Das Paket soll demnach bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch beschlossen werden und ist bereits mit den betroffenen Bundesministerien abgestimmt.
Obwohl in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 mehr als 3.000 Startups gegründet worden seien und laut Daten aus dem Jahr 2024 mehr als 500.000 Beschäftigte in Startups arbeiten, »gelingt es noch nicht ausreichend, erfolgreiche Gründungen in Wachstums- und Skalierungsphasen zu überführen und dauerhaft in Deutschland zu halten«, heißt es im Entwurf des Ministeriums zur Begründung für die vorgeschlagenen Maßnahmen.
Katherina Reiche beklagt zu wenig Einsatz von Wagniskapital
Ziel ist demnach unter anderem, Startups den Zugang zu Wagniskapital – also Geld, das die jungen Unternehmen oftmals nicht in Form von Krediten erhalten und das die Geldgeber ihnen gegen einen Anteil am späteren Gewinn zur Verfügung stellen – zu erleichtern. Die Bundesregierung wolle »ein innovationsfreundliches Umfeld, in dem Gründungen entstehen, wachsen und erfolgreich skalieren können«, schaffen.
Deutschland mangele es dabei »nicht an Kapital«, sondern »an seiner wirksamen Allokation«, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) dem Magazin Gründerszene und der Welt. So würden in Deutschland nur rund 0,15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung in Wagniskapital fließen, während es in den USA etwa 0,8 Prozent seien. »Deshalb müssen wir mehr privates Kapital mobilisieren«, sagte Reiche.
Zu den Maßnahmen gehört etwa eine Verankerung des Ende 2025 vorgestellten sogenannten Deutschlandfonds über 2030 hinaus, aus dem heraus Startup-Gründungen finanziert werden können. Weiterhin wird auf die neue, vom Bund steuerlich geförderte private Altersvorsorge verwiesen, in deren Rahmen Wagniskapital als Anlageform in der privaten Altersvorsorge eingesetzt werden kann. Darüber hinaus werden in dem Papier zahlreiche weitere Förderprogramme für junge Unternehmen aufgelistet, die entweder neu eingerichtet oder ausgebaut werden sollen.
Bund will sich direkt an Rüstungs-Startups beteiligen
Auch sollen Startups in der Rüstungsbranche gezielt gefördert werden. In diesem Bereich plant die Bundesregierung direkte Staatsbeteiligungen an Startups, etwa an Drohnenherstellern, über die Investitionsbank KfW.
Neben der Finanzierung sollen die Maßnahmen auch Bildungsprogramme ausbauen, den bürokratischen Aufwand verringern, die Anwerbung von Fachkräften erleichtern und die Kooperation von Startups mit etablierten Unternehmen verbessern. Das Maßnahmenpaket sei infolge von Beratungen mit rund 200 Teilnehmenden in sogenannten »Stakeholderworkshops« entstanden.
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