Das US-Verteidigungsministerium hat die Leitung der US-amerikanischen Militärzeitung Stars and Stripes entlassen. Chefredakteur Erik Slavin sagte der Nachrichtenagentur AP, er sei entlassen worden, weil er sich in einem Interview gegen jegliche Zensur durch das Militär ausgesprochen habe. Mit ihm müssen der Herausgeber und eine für den Nahen Osten zuständige Korrespondentin gehen, wie die Zeitung selbst bestätigte.
Slavin sagte, ihm sei fehlender Gehorsam vorgeworfen worden. Er halte jedoch an dem Grundsatz fest, dass Stars and Stripes redaktionell unabhängig bleiben müsse.
Der langjährige Verleger des teils von den US-Steuerzahlern finanzierten Blattes, Max Lederer, hatte erst in dieser Woche angekündigt, in den Ruhestand zu gehen. Laut Chefredakteur Slavin erhielt auch er eine Kündigung, ebenso wie die Nahost-Korrespondentin Lara Korte. Eine Stellungnahme des Ministeriums lag zunächst nicht vor.
Trump geht gegen Medien vor
Dem Herausgeber hatte das Pentagon kürzlich erst einen Offizier als Stellvertreter zur Seite gestellt. Das seit dem Zweiten Weltkrieg erscheinende Blatt wird zwar vom Verteidigungsministerium finanziert, arbeitet redaktionell jedoch traditionell unabhängig. In seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump noch einen Beschluss des Pentagons rückgängig gemacht, die Zeitung ganz einzustellen.
Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Trump geht die Regierung zunehmend restriktiv gegen Medien vor. Dazu gehört auch, dass das Verteidigungsministerium bereits bestehende Restriktionen für Journalisten im Juni nochmals verschärfte. Das Pressebüro des Pentagon dürfe ab sofort nicht mehr von Vertretern der Medien betreten werden, hatte Ministeriumssprecher Joel Valdez damals angekündigt.
Das Verteidigungsministerium hatte im vergangenen Herbst bereits neue Richtlinien erlassen, nach denen Journalisten unter anderem keine Informationen mehr veröffentlichen dürfen, die nicht zuvor offiziell vom Pentagon freigegeben wurden. Das Befragen nicht autorisierter Quellen wurde damit untersagt. Dieses Vorgehen wurde im März nach einer Klage der New York Times für teilweise verfassungswidrig erklärt.
