Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und der russische Präsident Wladimir Putin haben zum Auftakt ihres Treffens in Peking die enge
Zusammenarbeit zwischen ihren Ländern hervorgehoben. Trotz »ungünstiger
äußerer Umstände« zeichneten sich die wirtschaftlichen Beziehungen beider
Länder durch »eine starke, positive Dynamik« aus, sagte Putin am Morgen zu Xi in der Großen Halle des
Volkes.
Vor der Halle hatte Xi den russischen Präsidenten mit
militärischen Ehren und rotem Teppich begrüßt. Gleich zu Beginn seines zweitägigen Aufenthaltes lud Putin seinen Gastgeber zu einem Gegenbesuch in Russland im kommenden Jahr ein. Die Beziehungen zwischen Russland und China seien auf einem »noch nie dagewesenen Niveau«, sagte Putin zu seinem chinesischen Amtskollegen.
Kämpfe in Nahost dringend beenden
Im Mittelpunkt des Besuchs stehen Gespräche
über die Beziehungen zwischen China und Russland sowie internationale
und wirtschaftliche Fragen. Geplant ist auch die Unterzeichnung von 40 Dokumenten zur Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Industrie, Verkehr und Bauwesen.
Geplant ist am Abend eine informelle Teezeremonie im engsten Kreis, während der es um die Kriege im Iran und in der Ukraine gehen dürfte. Zur Lage im Nahen Osten sagte Xi zu Beginn des Treffens, es sei
»unerlässlich, die Kämpfe zu beenden«. Die Beendigung des Krieges werde
dazu beitragen, die Störungen der Energieversorgung und der
internationalen Handelsordnung zu verringern.
Nach russischen Angaben will sich Putin zudem über den Chinabesuch von US-Präsident Donald Trump informieren, den Xi erst vor wenigen Tagen empfangen hatte. Gleichzeitig hieß es aus Moskau, Putins Reise stehe in keinem Zusammenhang mit Trumps Visite. Das Datum von Putins Aufenthalt in China sei bereits im Februar aus Anlass des 25. Jahrestages des Vertrags über gute
Nachbarschaft vereinbart worden.
Staatsmedien loben gute Nachbarschaft
Die Staatschefs wollen auch über ihre Kooperation im Energiesektor sprechen.
Russland will seine Gaslieferungen nach China weiter ausbauen. Ein wichtiges Thema ist Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow zufolge dabei der Bau der neuen Gaspipeline Sila Sibiri 2 (auf Deutsch: Kraft Sibiriens), die russisches Gas über die Mongolei nach China transportieren soll. Russland will seine umfangreichen Gaslieferungen durch die Sila Sibiri 1 mit der neuen Leitung deutlich erweitern.
Begleitet wurde der Beginn des Treffens von demonstrativ
freundlichen Kommentaren in chinesischen Staatsmedien. Die staatsnahe Global Times schrieb, Xi und Putin
würden den Kurs für die Beziehungen in einer neuen Phase vorgeben. Die
Zeitung hob die »dauerhafte gute Nachbarschaft« und verwies auf die mehr
als 4.300 Kilometer lange gemeinsame Grenze.
