
Kaum dass sich herumgesprochen hat, dass Deutschland zu lange über seine Verhältnisse gelebt hat, dass der Staat nicht jeden Anspruch bedienen kann, kaum dass beklagt wurde, dass die Politik nicht jede Angelegenheit an die öffentliche Hand delegieren kann, für die sich die Hand des Bürgers nicht mehr hergeben will, schon geht es damit fröhlich weiter.
Der Spritpreis-Schock unterscheidet sich da nur wenig vom PISA-Schock. Im einen wie im anderen Fall ist der Ruf nach Staat und Politik die altbekannte Reaktion. Die Bildungsmisere liegt aber nicht an der Schule, sondern an Eltern, die nicht sich selbst, sondern den Staat für den Erzieher halten. Auch für die Autofahrer tut der Staat alles, obwohl er dazu auffordern könnte, mit dem Kraftstoff einfach etwas sparsamer umzugehen.
Nicht jeder kann die hohen Spritpreise einfach so wegstecken. Warum aber jeder entlastet werden soll, der sein Auto weiter so betanken und fahren will wie bisher, ist nicht einzusehen. Eine Senkung der Mehrwertsteuer wäre eine solche „Lösung“: Gießkanne statt gezielter Entlastung der Unternehmen, der unteren Einkommen, der Pendler. Nur sie sind wirklich auf Hilfe angewiesen. Der Tankrabatt ging ähnlich fehl. Solche Instrumente sind Ausdruck von Allmacht, nicht von Fürsorge. Sie bewirken das Gegenteil dessen, was Deutschland braucht, immer mehr Ansprüche statt Verzicht.
