Die Hitzewelle der vergangenen Woche hatte auch Einfluss auf den Bestand der Blutkonserven. Bis zu einem Viertel weniger Menschen hätten die angebotenen Blutspendetermine wahrgenommen, teilte der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost mit. «Dies führt bereits dazu, dass nicht mehr allen Bestellungen aus den Kliniken und Praxen zu 100 Prozent entsprochen werden kann», sagte Sprecherin Kerstin Schweiger der dpa.
Insbesondere Vorräte der Blutgruppen 0 Rhesus-negativ und 0 Rhesus-positiv sowie A Rhesus-negativ und A Rhesus-positiv reichten derzeit nur knapp über einen Tag hinaus, sagte Schweiger. Um jederzeit eine sichere Versorgung zu gewährleisten, sei eine Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen nötig. «Von daher zählt jeder Tropfen.»
Der DRK Nord-Ost schaut mit Sorge auf den Ferienbeginn, wenn viele Stammspender im Urlaub sind. Andres alle viele Medikamente können Blutpräparate weder künstlich hergestellt, noch lange gelagert werden. Beispielsweise seien in der Krebstherapie eingesetzte Thrombozyten nur vier Tage haltbar. Schweiger rief dazu auf, die jetzt kühleren Tage zu nutzen, um Blut zu spenden. «Die erste kurze Hitzewelle zu Beginn des Sommers wird kein singuläres Ereignis bleiben.»
An jedem Werktag benötigt der DRK Nord-Ost in Berlin und Brandenburg rund 600 Blutspenden, in Sachsen rund 650 und in Hamburg und Schleswig-Holstein rund 500, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Bundesweit werden demnach täglich 15.000 Blutspenden benötigt. Blut spenden sei gesunden Menschen auch bei Hitze möglich, wenn ausreichend getrunken und geruht werde.
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