Die Lobbyisten des Einzelhandels haben die Liebe zur Familie entdeckt. Peter Adrian zum Beispiel, der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Wenn die starren Ladenschlusszeiten fallen und die Geschäfte auch sonntags öffnen dürften, sagte er, könnten Familien leichter zusammen einkaufen. Das klingt zunächst vernünftig. Und es könnte auch dazu beitragen, dass die an Sonntagen für gewöhnlich verwaisten Innenstädte etwas belebter wären.

Andererseits würden manche Familien genau darunter leiden: die der Angestellten im Einzelhandel. Irgendjemand muss am Sonntag die Regale einräumen. Irgendjemand muss an der Kasse stehen. Wer aber betreut derweil die Kinder jener Angestellten? Sind ihre Familien weniger wert?