
Der Käse ist gegessen. Jenseits aller Redensarten ist er es tatsächlich: Noch viele Tage nach der großen Reise waren Chaource und Camembert, Cancoillotte und Crémeux de Bourgogne ein wunderbarer Trost über die Tatsache hinweg, dass das süße Nichtstun doch schon längst sein Ende gefunden hatte. Erst mussten Berge vollreifer Tomaten, von duftenden Aprikosen und Melonen verputzt werden, jetzt sind die letzten der verderblichen Vorräte aufgezehrt.
Natürlich bekommt man auch auf hiesigen Märkten viele der Besonderheiten, die den Urlaub erst runden. Aber alles schmeckt anders, wenn es, wohl gereift, an einem ferneren Ort gekauft, mit heimgebracht und dann, mit dem Gefühl, den Urlaub mit jedem Bissen zurückzuholen, verzehrt wird. Denn in den Ferien trägt das gute, das andere Essen viel zu Freude und Erholung bei. Es ist ein schönes Gefühl.
Und nun? Holen wir es auf andere Weise in die Verlängerung. Die gesammelten Urlaube eines Lebens können in der Küche für Momente der ferienhaften Leichtigkeit sorgen. Hier eine Rezeptkarte aus dem Tourismusbüro des Küstenstädtchens, das wir durchwandert haben. Dort das kleine Kochbuch mit Quiche-Rezepten, Fundstück von einem französischen Basar. In den letzten warmen Tagen holt uns ein duftender Bund Basilikum sofort nach Italien, Nudeln aus Gragnano, der Pasta-Hauptstadt, sind noch im Vorratsschrank. Die Nachbarn berichten von ihren finnischen Abenteuern, wir teilen die Fischkonserven, die sie mitgebracht haben. Der Käse ist alle? Macht nichts. Wir kochen uns nach der Arbeit ein bisschen Urlaubsgefühl zurück. Dazu läuft Musik, die uns sofort wieder an die Erlebnisse der Reisen denken lässt. Herrlich.
