
Wer immer noch nicht verstanden hat, warum das Rentensystem reformiert werden muss, dem hilft das Statistische Bundesamt auf die Sprünge: Die Zahl der Geburten war 2025 so niedrig wie nie seit 1946. Die Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten war noch nie so groß. Was die Geburten mit der Rente zu tun haben, ist offenkundig.
Die Politik müsste heute nicht über die Rente mit siebzig streiten, wenn in den vergangenen vierzig Jahren hierzulande deutlich mehr Kinder geboren worden wären. Dennoch machen die Parteien im Bundestag außer der AfD oft immer noch einen großen Bogen um dieses Thema. Das ist fahrlässig.
Im eigenen Interesse des Staates
Nach der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik war die Steigerung der Geburtenrate als familienpolitisches Ziel ein Tabu. Aber heute sollte sich niemand mehr hinter der Vorstellung vom goldenen Mutterkreuz verschanzen, wenn es darum geht, das soziale Sicherungssystem zu erhalten.
Der Staat darf niemanden dazu drängen, Kinder zu bekommen. Aber er sollte im ureigenen Interesse dafür sorgen, dass diejenigen, die Kinder bekommen wollen, möglichst gute Voraussetzungen dafür vorfinden.
Der Kinderwunsch ist schon seit Jahren deutlich höher als die Geburtenrate. Junge Leute wünschen sich im Durchschnitt 1,8 Kinder, die Geburtenrate lag zuletzt nur bei 1,34 Kindern. Diese Differenz sollte Ansporn sein für eine gute Familienpolitik. Das wäre langfristig die beste Rentenpolitik.
