Die Deutsche Bahn stattet nach eigenen Angaben ab sofort rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fernverkehr
mit sogenannten Bodycams aus. Beschäftigte mit Kundenkontakt, also Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter, Beschäftigte in der Bordgastronomie und in den DB-Lounges erhielten damit Kameras, die an der Dienstkleidung befestigt werden
können.
Die Maßnahme soll die Sicherheit der Beschäftigten erhöhen. Die Bodycams hätten eine
präventive Wirkung und dienten der Abwehr und Reduktion von Gewalttaten sowie
der Beweissicherung, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Ihre Nutzung bleibe freiwillig.
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im
Regionalverkehr im Februar hatte Bahnchefin Evelyn
Palla die Maßnahme angekündigt. Sie ist Teil des sogenannten Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene. Zuvor waren nur Mitarbeitende im Regional mit Bodycams ausgestattet.
Bodycams sind nur eine Maßnahme
Bodycams würden dazu beitragen,
dass sich Reisende und Mitarbeitende gleichermaßen sicher in den Zügen des
Fernverkehrs fühlen, wie die Bahn mitteilte.
Datenschützer forderten unmittelbar nach der Ankündigung der Deutschen Bahn, Bodycams einsetzen zu wollen, klare Regeln. Der hessische
Landesdatenschutzbeauftragte, Alexander Roßnagel, sagte dem Redaktionsnetzwerk
Deutschland (RND) etwa, die Daten dürften nur in berechtigten Fällen verwertet werden. Zudem müssten alle Fahrgäste
darüber informiert werden, wenn sie gefilmt werden.
Weitere Maßnahmen des Aktionsplans für mehr Sicherheit auf
der Schiene sind die Einstellung von 200 zusätzlichen Sicherheitskräften und die
Weiterentwicklung eines sogenannten Hilferufknopfs. Mit diesem können Mitarbeitende
in Gefahrensituationen schon jetzt unauffällig eine Leitstelle informieren
können.
