Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, hat von der Bundesregierung ein entschiedeneres Vorgehen gegen die Regierung von Benjamin Netanjahu gefordert. »Der deutsche Außenminister sollte nicht nur Erwartungen formulieren, sondern auch Konsequenzen ziehen, wenn Israel sich nicht an Vereinbarungen hält«, sagte Stein dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). »Deutschland könnte für Sanktionen gegen die rechtsextremen Minister Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir eintreten – sowie für Maßnahmen gegen Waren aus den Siedlungen im Westjordanland.«
In Bezug auf den Siedlungsbau im Westjordanland sei Deutschland zu zurückhaltend. Israel müsse daran gehindert werden, durch den fortschreitenden Siedlungsbau Fakten zu schaffen, die eine politische Lösung unmöglich machten, sagte Stein. Dabei sei die deutsche Regierung zu sehr auf die Zweistaatenlösung fixiert.
»Fortschreitende Annexion« müsse gestoppt werden
Diese »soll und muss das Fernziel bleiben. Deutschland kann auch für andere Modelle offen sein, eine israelisch-palästinensische Konföderation zum Beispiel«, regte Stein an. Die »fortschreitende Annexion, die heute stattfindet«, müsse gestoppt werden. »Vor der Wahl – oder unmittelbar danach – sollte Deutschland seine Erwartungen an die Regierung klar und unmissverständlich formulieren«, sagte Stein. Das israelische Parlament wird am 27. Oktober neu gewählt.
In Bezug auf Gaza ist der Ansatz der Bundesregierung nach Ansicht Steins richtig. »Hamas kann nicht Teil der Zukunft Gazas sein – und eine Rückkehr zur Lage vor dem 7. Oktober kann es nicht geben.«
